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Universität Greifswald: Lehrapotheke eröffnet

Neben Halle, Berlin oder Mainz verfügt nun auch das Pharmazeutische Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald über eine Lehrapotheke. «Damit ist der Pharmaziestandort Greifswald eines der wenigen Institute in Deutschland, die eine solche Apotheke besitzen», sagte Professor Christoph Ritter, Leiter der Klinischen Pharmazie, bei der Eröffnung.

 

Den Studierenden, so Ritter, steht mit der Lehrapotheke eine umfassend ausgestattete und damit realitätsnahe Lehr- und Lernumgebung zur Verfügung. Die Einrichtung einer voll funktionsfähigen Kompaktkasse erlaube es ihnen, die Beschaffung, Verarbeitung und Vermittlung von Informationen zum Arzneimittel zu erlernen. Mit dem Einbau einer modernen, vom Fachschaftsrat der Pharmazie in Greifswald finanzierten Videotechnik sei es außerdem möglich, die simulierten Beratungsgespräche aufzuzeichnen, um diese dann in Seminaren gemeinsam auszuwerten und zu diskutieren.

 

Ritter betonte, dass gleichermaßen zahlreiche Demonstrationsgeräte und Hilfsmittel zur Anwendung von Arzneimitteln zur Verfügung stehen, deren Funktionsweisen im Umgang erlernt werden können. Insgesamt, so Ritter, verspreche er sich für die Studenten einen noch höheren Praxisbezug in Vorbereitung auf den Apothekenalltag. Als Ware besonderer Art besitzt das Arzneimittel nach wie vor einen besonderen Stellenwert, zumal sein Einsatz durchaus nicht nur segensreich, sondern auch mit besonderen Risiken verbunden sein könne, so der Klinische Pharmazeut im Rahmen seiner weiteren Ausführungen. Damit unterliege es besonderen Anforderungen. Es sei wesentliche und originäre Aufgabe insbesondere der Apotheker in der öffentlichen Apotheke, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

 

«Hier wird der Patient über die korrekte Anwendung seiner Medikamente informiert. Hier wird er mit Blick auf die medikamentöse Therapie entsprechend begleitet. Apotheker müssen somit in der Lage sein, wissenschaftlich fundierte Informationen zum sicheren, angemessenen und kosteneffektiven Einsatz von Arzneimitteln zu erheben und zu vermitteln», konstatierte Ritter. Notwendig sei es daher, dass Pharmazeuten bereits im Rahmen ihrer Ausbildung nicht nur systematische Techniken, Fähigkeiten und Fertigkeiten für ein effektives Medikationsmanagement, sondern auch für eine professionelle Kommunikation erlernen. Ritter zeigte sich erfreut, dass diese Kenntnisse durch die Einrichtung der Lehrapotheke, die nur mit Hilfe von Sponsoren möglich geworden sei, nunmehr vertieft und erweitert werden können.

 

Erfreut über die Einrichtung der Lehrapotheke zeigte sich im Rahmen der Veranstaltung auch der Präsident der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Dr. Georg Engel, Greifswald. «Diese Lehrapotheke wird den jungen Kolleginnen und Kollegen helfen, ihr umfangreiches Wissen anzuwenden. Sie wird ihnen den Übergang vom Erwerb theoretischer Kenntnisse zur Anwendung dieser Kenntnisse beim Patienten erleichtern. Praktische Übungen in der Lehrapotheke im Rahmen des Fachs Klinische Pharmazie werden die wissenschaftlichen Fundamente für Empfehlungen im Handverkauf stärken», sagte er. (cb)

 

04.04.2017 l PZ

Foto: PZ/Berg (v.l.n.r.: Dorothea C. Hallier, Elisabeth Schuster und Alice Stephan vom Fachschaftsrat Pharmazie, Professor Dr. Christoph Ritter und Dr. Dr. Georg Engel)