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Niederlande: 10 Prozent mehr Fälle von aktiver Sterbehilfe

Mehr als 6000 Menschen sind in den Niederlanden 2016 durch aktive Sterbehilfe gestorben. Das sind rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht der zuständigen staatlichen Kommission für Sterbehilfe hervor, der am 12. April in Den Haag veröffentlicht wurde. In den meisten Fällen ging es um Krebspatienten im letzten Stadium ihrer Krankheit. Die meisten Menschen starben zu Hause mit Hilfe ihres Hausarztes.

 

Die Kommission nannte als mögliche Erklärung für den Anstieg der Fälle die zunehmende Überalterung sowie die Bereitschaft der Ärzte, den Sterbewunsch ihrer Patienten zu erfüllen. Etwa 4 Prozent der Todesfälle in den Niederlanden gehen auf aktive Sterbehilfe zurück.

 

Aktive Sterbehilfe durch einen Arzt ist in den Niederlanden unter bestimmten Bedingungen nicht strafbar. So muss ein Patient aussichtslos und unerträglich leiden und mehrfach ausdrücklich den Wunsch geäußert haben. Jeder Fall muss gemeldet werden und wird geprüft. In zehn Fällen hatten sich Ärzte dem Bericht zufolge 2016 nicht an die gesetzlichen Regeln gehalten.

 

Aktive Sterbehilfe ist bislang nur in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Kolumbien gesetzlich geregelt. In Kanada liegt dem Parlament ein Gesetzesvorschlag vor. In der Schweiz und einigen US-Bundesstaaten ist Hilfe zum Suizid erlaubt. 

 

13.04.2017 l dpa

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