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CDU-Politiker: Wer impfen lässt, soll Geld bekommen

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Wer dafür sorgt, dass das eigene Kind alle von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen bekommt, sollte dafür finanziell belohnt werden. Das hat der stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag Rudolf Henke (CDU) gefordert.

In Deutschland werden noch immer zu wenige Kinder gegen bestimmte Krankheiten geimpft. Obwohl die STIKO empfiehlt, dass jedes Kind bis zum zweiten Lebensjahr zwei Masern-Impfungen bekommen sollte, erhalten nur drei von vier Kindern die komplette Immunisierung. Diese Tatsache gefährdet nicht nur die betroffenen Kinder und die Menschen in ihrer Umgebung: Auch das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, die Krankheit bis 2020 auszurotten, wird so unterlaufen.


Henke erklärte, Aufklärungskampagnen zum Thema Impfen brächten nichts. Auch eine Impfpflicht sei verfassungsrechtlich schwer umzusetzen. Alternativ schlug der CDU-Politiker vor, Eltern künftig finanziell zu belohnen, wenn sie ihre Kinder impfen lassen. Für diese Eltern könnte etwa der Steuerfreibetrag erhöht werden oder sie könnten einen Zuschuss zum Kindergeld bekommen, so Henke.

Vorbild des Politikers ist Australien, das inzwischen mit solchen finanziellen Anreizen arbeitet. Dort erhalten Eltern nur dann eine bestimmte steuerliche Förderung, wenn sie nachweisen, dass ihre Kinder vollständig geimpft sind. Nicht impfende Eltern verlieren so jedes Jahr mehrere tausend Euro. Der CDU-Politiker erklärte, er halte es für geboten, auch in Deutschland «Konzepte in den Blick zu nehmen, die auf finanzielle Anreize setzen». (ap)

 

28.04.2017 l PZ

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