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KV Hessen: Politik muss Lieferengpässe verhindern

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Bislang waren Lieferengpässe bei Arzneimitteln vor allem ein extrem ärgerliches Thema für Apotheker. Rabattverträge und die Konzentration der Branche auf immer weniger Arzneimittelhersteller sind wesentliche Faktoren für die Verknappung wichtiger Medikamente.

 

Mittlerweile sind auch die Ärzte dafür sensibilisiert. Nachdem Anfang März die Onkologen Zurückhaltung bei Rabattverträgen und eine gesetzliche Meldepflicht bei Lieferengpässen für wichtige Krebsmittel gefordert haben, hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen mit einer Resolution nachgelegt. In ihrer Sitzung am vergangenen Samstag forderte die Vertreterversammlung ein verpflichtendes und sanktionsbewehrtes Register für die Vorhaltung versorgungsrelevanter Wirkstoffe. Die Engpässe in der Versorgung mit bestimmten Arzneimitteln und Impfstoffen hätten sich dramatisch ausgeweitet.

 

In der Resolution kritisiert die KV die Monopolisierung der Arzneimittelherstellung außerhalb der EU. Dies habe in den vergangenen Jahren zu Lücken bei versorgungsrelevanten Medikamenten und Impfstoffen in Deutschland geführt. Als Beispiel nennt die Resolution Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio in der Viererkombination. Diese Vakzine stünden seit fast einem Jahr nicht mehr zur Verfügung. Die Konsequenz seien «Impflücken vom Jugendalter bis ins hohe Erwachsenenalter».

 

Die KV fordert in ihrer Resolution deshalb das Bundesgesundheitsministerium sowie Landesministerien dazu auf, über das Arzneimittelgesetz ein Register zur Verfügbarkeit von versorgungsrelevanten Wirkstoffen zu installieren und die Bildung von Monopolen in außereuropäischer Produktionsstätten zu verhindern. (dr)

 

14.03.2017 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller