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Bluter-Skandal: Bund will Finanzhilfen für Opfer sichern

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Der Bund will künftig mit jährlich bis zu zehn Millionen Euro die überlebenden Opfer des Bluter-Skandals unterstützen. Das geht aus einem Gesetzespassus von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hervor, der der Nachrichtenagentur dpa in Berlin vorliegt.

 

Bei dem Bluter-Skandal wurden Hämophile (Bluter) vor allem in den 1980er-Jahren reihenweise mit HIV-infizierten Blutkonserven behandelt, obwohl Ärzte und Wissenschaftler schon viel über die Gefahren von HIV und Aids wussten. Kritiker warfen den Behörden im Nachhinein schweres Versagen vor. Aus einer Stiftung werden die Betroffenen unterstützt, nun drohte das Geld auszugehen. Beteiligt sind bislang auch Pharmafirmen und das Deutsche Rote Kreuz.

 

Vorgesehen ist nun, dass der Bund «die Finanzierung zukünftig sicherstellen» soll, so die geplante Gesetzespassage. Der Bund ist schon jetzt an der Stiftung beteiligt. Ab 2019 steige der benötigte Betrag des Bundes aus bestimmten Gründen auf etwa neun bis zehn Millionen Euro jährlich. Die Betroffenen sollen lebenslang Hilfe bekommen.

 

30.03.2017 l dpa

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