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Schwangerschaft: Erhöhen Säureblocker das Asthmarisiko?

Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft ein Medikament gegen Sodbrennen eingenommen haben, haben ein mindestens dreimal so hohes Risiko, an Asthma zu erkranken, als Kinder von Müttern ohne Behandlung mit H2-Antagonisten oder Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI). Das ergab eine Metaanalyse von acht Studien mit Daten von mehr als 1,3 Millionen Kindern, die jetzt im «Journal of Allergy and Clinical Immunology» publiziert wurde. Die Studienautoren betonen jedoch, dass unklar ist, ob die Medikamente ursächlich dafür verantwortlich sind, oder ob ein noch unbekannter gemeinsamer Faktor zugrunde liegt, der sowohl das Sodbrennen der Mütter als auch das Asthma der Kinder verursacht. Daher soll sich an der bisherigen Behandlung von Sodbrennen während der Schwangerschaft erst einmal nichts ändern.

«Uns ist es wichtig zu betonen, dass dieses Forschungsthema noch in einem frühen Stadium steckt und werdende Mütter die für sie nötigen Medikamente in Begleitung von Arzt oder Hebamme weiter einnehmen», so Dr. Samantha Walker, Direktorin für Politik und Forschung am beteiligten Asthma UK Zentrum für Angewandte Wissenschaft an der Universität Edinburgh.

Bei der medikamentösen Therapie von Sodbrennen in der Schwangerschaft gelten derzeit Antazida und Sucralfat als Mittel der Wahl. Aluminium-haltige Antazida sollten nur kurzfristig angewendet werden. Als Alternativen kommen der H2-Antagonist Ranitidin oder Protonenpumpen-Hemmer infrage. Die H2-Antagonisten Cimetidin und Famotidin werden nicht empfohlen, da adäquate Sicherheitsdaten fehlen. Bislang deutet nichts darauf hin, dass PPI die Entwicklung des Fetus beeinträchtigen. Zur Sicherheit sollte der Einsatz von Omeprazol im ersten Trimenon gründlich abgewogen werden. (dh)

DOI: 10.1016/j.jaci.2016.09.046

 

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11.01.2017 l PZ

Foto: Fotolia/nd3000 (Symbolbild)