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Welt-Aids-Tag: Impfstudie in Südafrika gestartet

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Erstmals seit sieben Jahren soll eine potenzielle Impfung gegen HIV getestet werden. Teilnehmen an der randomisierten placebokontrollierten Studie HVTN702 sollen 5400 erwachsene Südafrikaner, teilte das South Africa Medical Research Council (SAMRC) vorab zum heutigen Welt-Aids-Tag mit. Das zu testende Impfregime besteht aus zwei experimentellen Vakzinen. ALVAC-HIV von Sanofi-Pasteur basiert auf einem Kanarienvogel-Pockenvirus-Vektor. Glaxo-Smith-Kline (GSK) steuert eine Vakzine bei, die zwei Untereinheiten des HIV-eigenen gp120-Proteins sowie das Adjuvanz MF59 enthält. Die Impfung enthält keine vollständigen HI-Viren.

Beide Impfstoffkandidaten sind alte Bekannte in neuem Gewand: Sie wurden bereits in anderer Form in einer klinischen Studie in Thailand getestet. Die 2009 veröffentlichten Ergebnisse zeigten jedoch nach einer Nachbeobachtungszeit von 3,5 Jahren nur einen um 31,2 Prozent besseren Schutz als Placebo. Die neuen Varianten wurde an den HIV Subtyp C angepasst, der in Südafrika vorherrscht. Das Adjuvanz wurde ausgetauscht, um das Immunsystem stärker zu stimulieren. Außerdem sollen die Probanden eine zusätzliche Booster-Impfung nach einem Jahr erhalten. Insgesamt soll jeder Teilnehmer fünf Injektionen über ein Jahr verteilt erhalten. Zusätzlich werden bewährte Methoden zur HIV-Prophylaxe angeboten. Die Studie soll bis Ende 2020 laufen.

Südafrika gilt immer noch als eines der Länder mit der höchsten HIV-Prävalenz. Täglich stecken sich dort 1000 Menschen mit dem Virus an. «Wir beginnen jetzt mit einer wissenschaftlichen Untersuchung, die unserem Land große Hoffnung macht», sagte SAMRC-Leiterin Glenda Gray in Johannesburg. «Falls eine HIV-Impfung in Südafrika wirken sollte, könnte das das Ausmaß der Epidemie dramatisch ändern.» Nach Schätzungen der UN-Organisation UNAIDS waren im vergangenen Jahr um die 19 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren mit HIV infiziert. (dh)

 

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01.12.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Zerophoto