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Metformin: EU lockert Kontraindikationen bei Niereninsuffizienz

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Die Europäische Kommission hat die Kontraindikation von Metformin für Diabetiker mit moderater chronischer Nierenfunktionsstörung (CKD) Stadium 3 aufgehoben, was einer moderaten Niereninsuffizienz entspricht. Hintergrund ist eine routinemäßige Überprüfung der Arzneimittelsicherheit Metformin-haltiger Medikamente, berichtet Glucophage-Hersteller Merck, der zur Fragestellung Post-Marketing-Daten zur Verfügung gestellt hatte. «Die Aufhebung der Kontraindikation ist zumindest teilweise  auch  ein  Ergebnis  unserer  Forschung,  und  sie  untermauert  den  sicheren  und  wirksamen  Einsatz  von  Metformin  als  Erstlinientherapie  für  Patienten  mit  Typ-2- Diabetes», freut sich Luciano Rossetti, globaler Leiter der Forschung und Entwicklung im Biopharma-Bereich von Merck. Metformin gehöre zu den am besten untersuchten Antidiabetika. Der Arzneistoff wurde erstmals vor rund 60 Jahren von Merck auf den Markt gebracht.

Nach Angaben von Merck leidet jeder dritte Diabetespatient unter einer moderaten chronischen Nierenerkrankung Typ 3. Mit der Einschränkung der Kontraindikation können nun daher deutlich mehr Typ-2-Diabetiker mit Metformin behandelt werden. Dabei sind folgende Dosierungseinschränkungen zu beachten: Für Diabetiker mit einer CKD Stadium 3a (glomeruläre Filtrationsrate 45 bis 59 ml/min) liegt die maximale Tagesdosis bei 2000 Milligramm, für Diabetiker mit CKD Stadium 3b (GFR 30 bis 44 ml/min) gilt eine Höchstgrenze von 1000 Milligramm. Für Patienten mit schlechterer Nierenfunktion gilt die Kontraindikation weiterhin. Die Gebrauchs- und Fachinformationen aller Metformin-haltiger Präparate werden demnächst geändert. (dh)

 

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22.12.2016 l PZ

Foto: Fotolia/psdesign1