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AoG: Einsatzkräfte in zehn Ländern unterwegs

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Zahlreiche Einsatzkräfte sind in diesem Jahr für Apotheker ohne Grenzen (AoG) auf vier Kontinenten unterwegs gewesen. Drei Teams waren zwischen Oktober und Dezember in Haiti, um nach dem Hurrikan Matthew pharmazeutische Nothilfe zu leisten, die Beschaffung, Lagerung und Abgabe von Arzneimitteln zu organisieren und lokales Personal zu schulen.

Neben dem Nothilfeeinsatz setzte die Hilfsorganisation ihre langfristig angelegten Projekte fort: In Nepal half AoG beispielsweise beim Wiederaufbau von Gesundheitsposten nach dem Erdbeben im April 2015. Auch auf den sturmgeplagten Philippinen halfen deutsche Apotheker ehrenamtlich weiter, etwa  bei der Arzneimittelversorgung, Schulung und Unterstützung der lokalen Mitarbeiter. In Argentinien laufen mehrere Projekte, unter anderem die Arbeit im Gesundheitszentrum Villa Zagala in einem Slum von Buenos Aires. Neben Schulungen im Viertel stellt AoG auch hier kontinuierlich Arzneimittel, Personal und Knowhow zur Verfügung. «Das ist sicherlich eines unserer Leuchtturmprojekte, das wir 2017 fortführen werden», sagte AoG-Geschäftsführerin Eliette Fischbach der Pharmazeutischen Zeitung.

Auch in der Flüchtlingshilfe ist AoG im In- und Ausland aktiv: Bis zum Frühjahr lief ein Projekt in Berlin und in anderen deutschen Städten für noch nicht registrierten Flüchtlinge. In Mainz unterstützt AoG auch im kommenden Jahr eine Anlaufstelle für Patienten ohne Krankenversicherung. Dort werden auch viele Deutsche, vor allem wohnungslose Menschen, versorgt. Seit 2013 organisiert AoG Medikamente und medizinisches Material für eine Klinik in der Türkei an der Grenze zu Syrien, die zahlreiche Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland versorgt. «Ein Einsatz in Syrien selbst ist im Moment für uns als kleine Organisation mit ehrenamtlichen Einsatzkräften nicht machbar und zu gefährlich», sagte Fischbach.

Eine neue Kooperation ist für 2017 in Indien geplant. Mit einem lokalen Partner in Nord-Bengalen will AoG untersuchen, welche Infektionskrankheiten bei den Arbeitern der dortigen Teeplantagen vorherrschen und ob die Ärzte der Kliniken im Umfeld Antibiotika rational einsetzen. Auch soll der konkrete Schulungsbedarf ermittelt und Handlungsempfehlungen für die Kliniken der Teeplantagen entwickelt werden. (dh)

Spendenkonto: Deutsche Apotheker- und Ärztebank, IBAN: DE 88 3006 0601 0005 0775 91

23.12.2016 l PZ

Foto: AoG/Paul Hahn (Einsatzkraft Petra Isenhuth auf den Philippinen)