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Online-Sucht: Digitale Rollenspiele sind das größte Risiko

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Die Drogenbeauftragten der Bundesregierung hat vor der Suchtgefahr von Smartphones, Tablets oder Computern gewarnt. «Den digitalen Reizen zu widerstehen, fällt vielen Menschen in unserem Land, ja weltweit, schwer», sagte Marlene Mortler (CSU) heute bei einer Konferenz zu Internet- und Computerspielabhängigkeit in Berlin.

 

Zwischen 500.000 und 600.000 Menschen in Deutschland sind älteren Schätzungen zufolge von Online-Angeboten abhängig. Vor allem unter den Jüngsten entwickelt sich das Problem rasant: Die Zahl der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren, die auf krankhafte Weise nicht ohne Internet auskommen können, habe sich nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit 2011 fast verdoppelt, sagte Mortler. «Wir brauchen eine gesunde Online-Offline-Balance. Wir müssen Herr bleiben über die digitalen Angebote: Wir müssen sie steuern, nicht sie uns.»

 

Die größte Suchtgefahr bei Computerspielen geht dabei offenbar von Online-Spielen aus. Sie seien die häufigste Ursache für Internetsucht, sagte Bert te Wildt vom Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum. Ein besonders hohes Suchtpotential haben demnach Rollenspiele und Strategiespiele, die sich mit vielen Mitspielern in den «unendlich großen Weiten des Internets verlieren», sagte der Oberarzt heute der Nachrichtenagentur dpa.

 

09.11.2016 l dpa

Foto: Fotolia/ luna