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Welttag des Stotterns: Im Beruf Barrieren überwinden

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Zum Welttag des Stotterns am 22. Oktober hat die Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe (BVSS) dazu aufgerufen, Betroffene vor allem in ihrem beruflichen Umfeld zu stärken. Nach wie vor werde Stotternden nur selten zugetraut, den Anforderungen des Arbeitslebens mit Telefonaten, Besprechungen und Präsentationen gewachsen zu sein, schreibt die Vereinigung auf ihrer Website. Dies führe zu Einschränkungen bei der Berufswahl und Benachteiligungen im Berufsleben. «Die Schere im Kopf muss weg», forderte der BVSS-Vorsitzende Martin Sommer. «Dass ein Mensch stottert, sagt zunächst nichts über seine Eignung für einen bestimmten Beruf aus.»

 

Mit dem Schwerpunktthema des diesjährigen Welttags, «Stottern im Job: Barrieren überwinden», will die Vereinigung zu mehr Aufgeschlossenheit gegenüber Betroffenen anregen. «Stotternde und ihre Gesprächspartner können mit Offenheit sowie mit aktuellem Wissen über Stottern die Barrieren aus Vorurteilen überwinden», betont Sommer. Eine große Rolle spiele das Selbstbewusstsein der Betroffenen: Dass ihnen häufig empfohlen werde, einen Beruf zu wählen, bei dem sie nur wenig sprechen müssten, ohne dass dabei ihre persönlichen Qualifikationen und Interessen berücksichtigt würden, sei kontraproduktiv, warnte Sommer. Offenheit könne vor solchen Unterschätzungen schützen.

 

Der Welttag des Stotterns wird seit 1998 jährlich am 22. Oktober begangen. An diesem Datum machen Organisationen auf die Probleme der rund 800.000 Betroffenen in Deutschland aufmerksam. Stottern ist die häufigste Sprachstörung bei Erwachsenen und die zweithäufigste bei Kindern. Ursachen sind vor allem genetische und neurologische Faktoren. (cd)

 

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21.10.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Dan Race