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Medikationsplan: Glaeske stärkt Apothekern den Rücken

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Der Pharmakologe Professor Gerd Glaeske (Foto) hat im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) eine Lanze für die deutschen Apothekerinnen und Apotheker gebrochen. In der Sendung «Volle Kanne» stand am Donnerstagmorgen das «Top-Thema: Gefährliche Wechselwirkungen» auf dem Programm. Im Anschluss an einen Beitrag über potenzielle Gefahren durch Polymedikation kam Glaeske in einem Interview auf die Einführung des Medikationsplans zu sprechen: «Der Apotheker fehlt leider so ein bisschen in diesem Medikationsplan.» Das sei von der Politik nicht gut geregelt, sagte Glaeske mit Hinweis auf «die Interessenspolitik der Ärzte».

 

Glaeske sieht Defizite in der Kommunikation zwischen Ärzten und Apothekern. Er fordert bezüglich der Medikation einen koordinierenden Arzt und eine Abstimmung mit der Apotheke: «Ich glaube, das ist ganz wesentlich.» Apotheker wüssten «sehr, sehr viel und sehr viel Genaueres über Arzneimittel als zum Beispiel die meisten Ärzte», sagte Glaeske. «Es wäre gut, wenn sich die Ärzte kurzschließen würden und kooperieren würden mit den Apothekern.»

 

Laut E-Health-Gesetz besteht ab Oktober 2016 für jeden Versicherten, der mindestens drei verschreibungspflichtige Arzneimittel anwendet, ein Anspruch auf einen vom Arzt erstellten Medikationsplan. Ab 2018 soll dieser auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert sein. (gm)

 

16.09.2016 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller (Archiv)