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Apotheker für Therapiesicherheit

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Am 17. September findet der Internationale Tag der Patientensicherheit statt. Für die Präsidenten von sechs Landesapothekerkammern ein guter Anlass, die Bedeutung der Apotheker auf diesem Gebiet ins rechte Licht zu rücken.

 

«Apotheker tragen als Lotsen zwischen Patienten und Ärzten bereits heute entscheidend zu einer Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit und der Therapietreue bei», sind sich die Präsidenten der Kammern Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein, Hessen und Westfalen-Lippe einig. Sie weisen darauf hin, dass sich in den sechs Kammerbezirken mehr als 2000 Apotheker in den Projekten AMTS (Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit) und ATHINA fortgebildet haben. Diese sind nun qualifiziert, ihren Patienten ein hochwertiges Medikationsmanagement anbieten zu können.

 

Lutz Engelen, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein, sieht einen erheblichen Bedarf für das Medikationsmanagement. Studien zeigten, dass fast die Hälfte aller verordneten Medikamente nicht korrekt eingenommen würden. Über ein qualifiziertes Medikationsmanagement in Zusammenarbeit mit den Ärzten könne die Therapietreue deutlich verbessert und Krankenhauseinweisungen verringert werden.

 

Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, rät ihren Kollegen, bei neuen Patienten mit der Medikationsanalyse zu beginnen und erst danach den Medikationsplan zu erstellen. Sie sieht die öffentlichen Apotheken in der Schlüsselrolle bei der Pflege des Medikationsplans. «Vollständige und aktuelle Informationen über die Medikation sind eine Grundvoraussetzung für eine sichere und optimale Therapie» sagt die Kammerpräsidentin. In den sechs Bundesländern gibt es nach Angaben der Apothekerkammer Westfalen-Lippe 10.500 Apotheken. In etwa 10 Prozent davon gibt es einen in AMTS geschulten Apotheker.

 

Das Konzept Apo-AMTS gibt es seit 2012. Es wurde in Westfalen-Lippe entwickelt. ATHINA ist ein Fortbildungsprojekt der Apothekerkammer Nordrhein, das die Kammern Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg und Bremen übernommen haben. (dr)

 

15.09.2016 l PZ

Foto: Fotolia/pix4U