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ZB Med: Finanzierung läuft aus – Neuaufstellung beginnt

Die deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB Med) will sich bis Ende 2019 neu aufstellen. Hintergrund ist das Auslaufen der Bund-Länder-Förderung zum Jahresende. Die Einrichtung hofft nach eigenen Angaben darauf, im Anschluss an die Übergangszeit wieder in das Fördermodell und die Leibniz-Gesellschaft aufgenommen zu werden.

 

«Das Auslaufen der regulären Bund-Länder-Finanzierung zum Ende des Jahres 2016 ist nicht gleichbedeutend mit einer Schließung», heißt es seitens der ZB Med. Der Erhalt der Stiftung ist demnach zumindest für die folgenden drei Jahre über eine sogenannte Auslauffinanzierung gesichert. Die Einrichtung will den Zeitraum der Auslauffinanzierung für den Umbau in ein modernes Fachinformationszentrum nutzen. Dieser «Transformationsprozess» soll nun baldmöglichst eingeleitet werden.

 

Zuletzt hatte sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) Ende Juni gegen eine weitere Bund-Länder-Förderung der ZB Med – Leibniz Informationszentrums Lebenswissenschaften ausgesprochen. Damit folgte sie der Empfehlung des Senats der Leibniz-Gesellschaft, die Förderung zum 31. Dezember 2016 zu beenden, was gleichzeitig das automatische Ausscheiden aus der Leibniz-Gesellschaft bedeutet.

 

Im Rahmen der spätestens alle sieben Jahre erforderlichen Evaluierung des Förderanspruchs hatte der Senat der Leibniz-Gemeinschaft im März gefordert, die Bund-Länder-Förderung einzustellen. Als Grund nannte sie vor allem die schleppende Modernisierung der Informationsinfrastrukturen für eine bessere digitale Nutzung des Angebots.

 

Die 1973 gegründete ZB Med mit Sitz in Köln und Bonn wird seit 1977 als Leibniz-Einrichtung von Bund und Ländern finanziert. Sie gilt als die zentrale Fachbibliothek für Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften und bietet mit 38.400 Zeitschriften und 1,6 Millionen Büchern in ihren Fachbereichen nach Expertenangaben den weltweit größten Bestand an Medien.

 

Die drohende Schließung der Institution hatte zuletzt zu zahlreichen Protesten geführt. Neben einer Online-Petition mit fast 10.000 Unterzeichnern aus der Wissenschaftsgemeinschaft hatten sich auch viele Fachverbände an die Regierung gewandt, wie etwa die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften oder der Bundesverband der pharmazeutischen Industrie. Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hatte sich in einem offenen Brief an die Politik für den Erhalt der Institution ausgesprochen. (et)

 

10.08.2016 l PZ

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