Pharmazeutische Zeitung online
AMK

Withaferin A bei Mäusen gegen Übergewicht wirksam

Datenschutz bei der PZ

Withaferin A, ein Inhaltsstoff der Schlafbeere (Withania somnifera), hat bei Mäusen mit diätinduzierter Adipositas (DIA) zu einer Gewichtsreduktion von 20 bis 25 Prozent geführt. Der Effekt kommt dadurch zustande, dass Zellen durch Withaferin A empfindlicher für das Proteohormon Leptin werden. Die Substanz wirkt somit als Leptin-Sensitizer. Ein Team um Dr. Jaemin Lee von der Harvard Medical School in Boston identifizierte und testete den Wirkstoff und berichtet darüber im Fachjournal «Nature Medicine». Neben der Gewichtsabnahme konnten die Forscher auch eine Verbesserung der mit Adipositas assoziierten Fettleber sowie des Glucose-Stoffwechsels beobachten.

 

Leptin, dessen Gen hauptsächlich von Adipozyten exprimiert wird, hemmt zentral das Hungergefühl und reguliert maßgeblich den Fettstoffwechsel. Bei Gewichtszunahme steigen üblicherweise die Leptin-Spiegel an, wodurch der Hunger und damit auch die Nahrungszufuhr abnehmen. In der Folge sinkt das Gewicht. Bei Adipösen scheint dieser Mechanismus nicht mehr zu funktionieren: Sie weisen oft sehr hohe Blutspiegel von Leptin auf, doch die Wirkung bleibt aus. Der genaue Mechanismus dieser Leptin-Resistenz ist noch nicht vollständig geklärt.

 

Um die Resistenz zu durchbrechen, orientierten sich die Forscher an Celastrol, einem bereits bekannten Leptin-Sensitizer. Sie suchten gezielt nach einem Molekül mit einem ähnlichen mRNA-Expressions-Profil, also nach einer Substanz, die die gleichen Gene hoch- beziehungsweise herunterreguliert wie das Vorbild Celastrol.

 

Die größte Korrelation fand sich bei dem Steroidlacton Withaferin A, das tatsächlich als Leptin-Sensitizer wirkt: Bei DIA-Mäusen führte Withaferin A unter fettreicher Diät zu einer signifikant verminderten Nahrungsaufnahme sowie anschließender Gewichtsreduktion, ohne dabei den Energieumsatz zu senken. Bei Mäusen ohne Leptin-Rezeptoren oder ohne zirkulierendes Leptin gab es hingegen nur eine minimale beziehungsweise keine nachweisbare Veränderung des Körpergewichts oder der Nahrungsaufnahme. Dennoch verbesserte sich auch bei diesen der Glucose-Stoffwechsel, sodass Withaferin A zusätzlich einen antidiabetischen Effekt zu vermitteln scheint. (cg)

 

DOI: 10.1038/nm.4145

 

26.08.2016 l PZ

Foto: Fotolia/swety76 (Symbolbild)