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Colistin-Resistenz beschäftigt jetzt auch die EMA

Nach dem Auftauchen eines übertragbaren Resistenzgens gegen das Reserveantibiotikum Colistin bei Nutztieren will die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) jetzt ihre Empfehlung zum Einsatz des Wirkstoffs in der Tierhaltung überarbeiten. Colistin wird in der Veterinärmedizin vor allem zur Behandlung von Darmerkrankungen bei Nutztieren verwendet. Die EMA sprach sich bereits 2013 gegen den prophylaktischen Einsatz des Polypeptid-Antibiotikums aus. Die Anwendung soll demnach auf die Behandlung erkrankter Tiere und solche, die mit ihnen Kontakt hatten, beschränkt bleiben. Die Restriktion soll verhindern, dass sich gegen das Antibiotikum, das beim Menschen als Reservesubstanz gegen Carbapenem-resistente Enterobakterien dient, Resistenzen entwickeln und verbreiten.

 

Um zu überprüfen, ob die Empfehlung angesichts der neuen Entwicklung ausreicht, tritt nun das Expertengremium erneut zusammen, das diese 2013 aussprach. Mit einem Ergebnis ist laut EMA innerhalb der kommenden sechs Monate zu rechnen. Das Colistin-Resistenzgen MCR-1 war zunächst bei Schweinen und Schweinefleisch sowie bei Hühnchen in Südchina nachgewiesen worden, danach auch innerhalb der Europäischen Union. Den Anstoß zur Überarbeitung der EMA-Empfehlung gab daraufhin die Europäische Kommission. (am)

 

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12.01.2016 l PZ

Foto: Fotolia/Alexander Raths