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Alois Alzheimer: Zum 100. Todestag

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Zu seinem 100. Todestag am 19. Dezember erinnert die Universität München an den Psychiater und Neuropathologen Alois Alzheimer, der von 1903 bis 1912 an der Psychiatrischen Klinik der LMU geforscht und gelehrt hat. Heute leben in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60 Prozent davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer.

 

Alzheimers Entdeckung einer «eigenartigen Krankheit der Hirnrinde» war ein Meilenstein in der Geschichte der Neurologie. Zwar war die Erkrankung als «Greisenblödsinn» schon lange bekannt, nicht aber bei relativ jungen Patienten, sagte der Münchner Psychiatrie-Professor Dr. Hans Förstl bei einer Pressekonferenz im Alzheimer-Saal der Klinik. Alzheimer habe 1905/1906 erstmals die präsenile Form präsentiert. Diese habe bis in die 1970er-Jahre hinein als die eigentliche Alzheimer-Demenz gegolten. Erst danach habe sich der Name des Arztes als Bezeichnung für die viel häufigere senile Form etabliert, so Förstl. Tatsächlich habe jedoch der Schwarzafrikaner Solomon Carter Fuller die histologische Grundlagenarbeit zur senilen Form geleistet. Die senile Alzheimer-Demenz müsse daher eigentlich Fuller-Demenz heißen.

 

Für Betroffene und Angehörige seien Alzheimers Forschungen bis heute wichtig, betont Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Er habe gezeigt, dass es sich nicht um Schicksal, sondern um eine Krankheit des Gehirns handelt. (bmg)

 

21.12.2015 l PZ

Foto: Fotolia/freshidea