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Marine Pilze bilden tumorhemmende Wirkstoffe

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Der Pilz Scopulariopsis brevicaulis, der aus einem im Mittelmeer vorkommenden Schwamm isoliert wurde, bildet die zyklischen Peptide Scopularides A und B. Diese können in vitro das Wachstum von Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebszellen hemmen. Ein Forscherteam identifizierte nun die Gene, die für die Bildung der beiden Stoffe verantwortlich sind, heißt es in einer Pressemeldung der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Das Team um Professor Frank Kempken, Leiter der Abteilung für Botanische Genetik und Molekularbiologie an der CAU, veröffentlichte die Ergebnisse im Fachmagazin PLOS One.

 

Bislang war unbekannt, welche Pilzgene für die Bildung der beiden zyklischen Peptide verantwortlich sind. Den Kieler Forschern gelang es mittels Genomanalysen, unter den rund 16.000 fraglichen Genen des Pilzes NRPS 1 und PKS 2 zu identifizieren: Dieses Gen-Paar bildet Scopularides A und B aus. Damit sei es nun möglich, die Peptide synthetisch herzustellen und zu modifizieren.

 

Im EU-Projekt «Marine Fungi» suchen internationale Wissenschaftler systematisch nach tumorhemmenden Stoffen in Pilzen aus dem Meer. Zyklische Peptide, die unter anderem von Bakterien und Pilzen gebildet werden, stehen schon lange im Mittelpunkt der Suche. Eine Reihe dieser Proteine wird bereits in der Humantherapie eingesetzt, unter anderem bestimmte Antibiotika wie Penicilline. (bmg)

 

04.11.2015 l PZ

Foto: Linda Paun/Uni Kiel (Scopulariopsis brevicaulis nach etwa sieben Tagen in Kultur)