Pharmazeutische Zeitung Online
AMK

E-Health-Gesetz: Linke kritisieren Nebenrolle der Apotheker

Datenschutz bei der PZ

Apotheker sollen im geplanten E-Health-Gesetz gleichberechtigt mit den Ärzten eingebunden werden. Das forderte der gesundheitspolitische Sprecher der Linken, Harald Weinberg (Foto), heute anlässlich der Eröffnung des Deutschen Apothekertags (DAT) in Düsseldorf. «Die Tatsache, dass die Apotheker im jetzigen Gesetzentwurf nur einen Nebenrolle spielen, kritisieren wir scharf», sagte er. Gute Konzepte, wie sie aktuell mit dem Modellprojekt Armin (Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen) umgesetzt würden, drohten durch die aktuelle Version des E-Health-Gesetzes zunichte gemacht zu werden, so Weinberg.

 

Beim Armin-Projekt zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Arzneimitteltherapie übernehmen Arzt und Apotheker gemeinsam die Betreuung eines Patienten, der dauerhaft fünf oder mehr Medikamente einnehmen muss. Dabei erstellen Arzt und Apotheker einen vollständigen Medikationsplan und aktualisieren diesen ständig. Im Entwurf zum E-Health-Gesetz soll jedoch nur noch der Arzt den Medikationsplan erstellen dürfen. Der Apotheker soll dann lediglich auf Wunsch des Patienten Aktualisierungen vornehmen können. Weinberg sieht hier eine falsche Hierarchisierung der Ärzte. Infos müssten dort zusammengetragen werden, wo sie entstehen, sagte er.

 

Des Weiteren befürwortete der Gesundheitsexperte eine Dynamisierung des Fixhonorars der Apotheker. Er unterstützt damit eine der elementaren Forderungen der Apothekerschaft. Ein besseres Honorar stelle gleichzeitig auch die Versorgung mit Medikamenten auf dem Land sicher, so Weinberg. Damit spielte er auf die problematische Situation von Apotheken in den ländlichen Gebieten an. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage in vielen kleinen Apotheken werde es für Apothekenleiter immer schwieriger, einen Nachfolger zu finden. (et)

 

01.10.2015 l PZ

Foto: PZ