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USA: Neues Medikament gegen Übelkeit zugelassen

In den USA steht mit Varubi® ab sofort ein neues Mittel zur Behandlung von Patienten mit verzögerter Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie zur Verfügung. Das gab die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA bekannt. Der Wirkstoff Rolapitant wirkt antagonistisch am Neurokinin-1-Rezeptor und darf nur in Kombination mit anderen Antiemetika eingesetzt werden.

 

Hersteller Tesaro hatte drei randomisierte doppelblinde Studien eingereicht, an denen insgesamt 2800 Krebspatienten teilnahmen, deren Medikamente mittelschwere bis schwere Nausea verursachen. Dazu zählen unter anderem Cisplatin sowie eine Kombination aus Anthracyclinen und Cyclophosphamid. Gegen die Übelkeit erhielten die Probanden entweder Rolapitant oder Placebo, jeweils plus Granisetron und Dexamethason.

 

Unter der Tripletherapie mit Rolapitant traten bei den Patienten innerhalb von 24 bis 120 Stunden nach Beginn der Chemotherapie deutlich seltener Übelkeit und Erbrechen auf als in der Kontrollgruppe. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Neutropenien, Schluckauf, Schwindel sowie verminderter Appetit.

 

Rolapitant ist ein CYP2D6-Inhibitor und wechselwirkt daher potenziell mit Arzneistoffen, die über dieses Enzym metabolisiert werden. Dazu zählt auch das Neuroleptikum Thioridazin. Erhöhte Plasmaspiegel des Phenothiazin-Derivats können zu Veränderungen des Herzrhythmus und so zu lebensbedrohlichen Arrhythmien führen. Daher ist die gleichzeitige Anwendung kontraindiziert. (cm)

 

04.09.2015 l PZ

Foto: Fotolia/supojpp (Symbolbild)