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Pestizide fördern Zuckerkrankheit

Kontakt zu Pestiziden erhöht das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das ist das Fazit einer auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes in Stockholm vorgestellten Metaanalyse. Wissenschaftler aus Griechenland und Großbritannien nahmen 21 Studien zu dieser Thematik mit insgesamt mehr als 66.000 Teilnehmern unter die Lupe. Insgesamt sei das Risiko um 61 Prozent erhöht, wenn man nicht zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie zwischen den einzelnen Pestiziden unterscheidet. Betrachtet man nur jene zwölf Studien, die den Zusammenhang zwischen Pestizid-Exposition und Entstehen von Typ-2-Diabetes untersuchten, ist das Risiko für diese Erkrankung um 64 Prozent erhöht.

 

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass bestimmte Pestizide das Diabetes-Risiko offensichtlich stärker erhöhen als andere. Dazu zählen zum Beispiel einige organische Chlorverbindungen wie Chlordan, Dieldrin, Heptachlor, Hexachlorobenzol und Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT). Obwohl die genannten Stoffe längst verboten sind, können sich Rückstände immer noch im Boden und in der Nahrungskette halten – teilweise sehr lange.

 

Vor einigen Jahren hatten bereits die US-amerikanischen National Institutes of Health das zum Beispiel auf Golfplätzen eingesetzte Pflanzenschutzmittel Trichlorfon als bedeutsamen Risikofaktor ausgemacht. Demnach hätten Personen, die gelegentlich damit in Kontakt kommen, ein um 85 Prozent erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Dieses steigt auf 250 Prozent, wenn mehr als zehnmal Kontakt bestand. (ss)

 

16.09.2015 l PZ

Foto: Fotolia/designer491