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Infarkt: Pflaster für geschädigte Herzen

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Eine experimentelle Therapiemöglichkeit, um das geschädigte Herzmuskelgewebe nach einem Herzinfarkt zu ersetzen, haben US-amerikanische Forscher entwickelt. Ein Collagen-Pflaster mit dem Protein Follistatin-like 1 (FSTL1) kann womöglich die Proliferation der Herzzellen stimulieren und so zur Regeneration des Myokards beitragen. Erste Ergebnisse von Untersuchungen an Tieren hat ein Team von US-amerikanischen Wissenschaftlern jetzt im Fachjournal «Nature» veröffentlicht.

 

Im gesunden Herzen exprimiert die äußere Schicht der Herzwand (Epikard) den Wachstumsfaktor FSTL1, der die Teilung von Kardiomyozyten anregt. Nach einem Infarkt stellt das Epikard die Produktion jedoch ein. Die Forscher um Professor Dr. Pilar Ruiz-Lozano von der Stanford Universität in Kalifornien stellten nun auf biotechnologischem Wege einen Streifen aus Collagen her, der dem epikardialen Gewebe nachempfunden und mit FSTL1 gefüllt ist.

 

Ob dieses Collagen-Pflaster tatsächlich zu einer Regeneration des Herzgewebes beitragen kann, testeten die Forscher an Mäusen und Schweinen, die einen Herzinfarkt erlitten hatten. Zwei bis vier Wochen nach Applikation des Pflasters auf die geschädigten Bereiche des Herzen begannen die Herzmuskelzellen zu proliferieren. Gleichzeitig verbesserten sich die Herzfunktion und das Überleben der Tiere. Von den Ergebnissen erhoffen sich die Forscher langfristig neue Therapieansätze zur Behandlung von Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben. (cm)

 

DOI: 10.1038/nature15372

 

17.09.2015 l PZ

Foto: Fotolia/psdesign (Symbolbild)