Pharmazeutische Zeitung online

Triclosan: In Kosmetika nur noch eingeschränkt erlaubt

Bestimmte Kosmetika, die Triclosan als Konservierungsmittel enthalten, dürfen seit dem 30. Juli 2015 nicht mehr verkauft werden. Betroffen sind alle großflächig anzuwendenden Zubereitungen zum Verbleib auf der Haut. Eine entsprechende Änderung der Kosmetik-Verordnung wurde bereits im April vergangenen Jahres durch die Europäische Kommission beschlossen und trat nun in Kraft.

 

Von dieser Regelung ausgenommen sind Zahnpasten, Handseifen, Duschgels, Gesichtspuder, Concealer und Nagelmittel zur Reinigung von Finger- und Fußnägeln vor der Anwendung künstlicher Nagelsysteme sowie nicht sprühbare Desodorierungsmittel. Sie dürfen Triclosan weiterhin in Konzentrationen von bis zu 0,3 Prozent enthalten. Für Mundwässer ist ein maximaler Anteil von 0,2 Prozent vorgesehen.

 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte bereits 2006 in einer Stellungnahme gefordert, den Einsatz von Triclosan auf das unbedingt notwendige Maß im ärztlichen Bereich zu beschränken. Als Grund für diese Empfehlung nannten die Experten die zunehmende Resistenzentwicklung bei grampositiven und gramnegativen Keimen. Es sei wahrscheinlich, dass sich durch das vermehrte Auftreten von Effluxpumpen bei den Erregern Kreuzresistenzen zu therapierelevanten Antibiotika wie Fluorochinolonen und Tetracyclinen entwickelten, so das BfR. Zudem lieferte eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2014 im Mausmodell Hinweise auf eine leberschädigende Wirkung von Triclosan. 

 

Bereits seit dem 30. Oktober 2014 dürfen Hersteller keine entsprechenden Triclosan-haltigen Kosmetika mehr in den Verkehr bringen. Das schloss auch die Anfertigung in der Apotheke ein. Die Kosmetik-Verordnung räumte dem Einzelhandel jedoch ab diesem Zeitpunkt eine neunmonatige Frist ein, innerhalb derer die Produkte noch verkauft werden durften, um die Lagerbestände aufzubrauchen. Diese Frist ist seit dem 30. Juli 2015 abgelaufen. Wichtig: Die Kosmetik-Verordnung lässt sich definitionsgemäß nicht auf Arzneimittel und Medizinprodukte anwenden. Daher ist die Herstellung Triclosan-haltiger Rezepturarzneimittel nach wie vor möglich. (cm)

 

DOI: 10.1073/pnas.1419119111

 

11.08.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Friis-Larsen