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Statine: Geschlechterunterschied bei Nebenwirkung

Statine fördern aggressives Verhalten bei Frauen und reduzieren dieses bei Männern. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher um Professor Dr. Beatrice A. Golomb von der University of California in San Diego in einer Publikation in «Plos one». Grundlage bildet eine randomisierte Studie mit 692 Männern und 324 postmenopausalen Frauen, die über sechs Monate täglich entweder 20 mg Simvastatin, 40 mg Pravastatin oder Placebo einnahmen.

 

Mithilfe einer Beurteilungsskala wurde die Aggressivität beurteilt. Dabei zeigte sich der Trend, dass Statine Aggressionen bei Männern reduzieren; in der Pravastatin-Gruppe war der Unterschied signifikant. Bei Männern unter 40 Jahren war der Effekt größer als bei älteren Probanden. Bei postmenopausalen Frauen steigerten die Lipidsenker dagegen aggressives Verhalten. Die Wirkung der Statine auf das Aggressivitätslevel ließ sich bei beiden Geschlechtern vor allem bei Probanden mit niedrigen Ausgangswerten für die Aggressivität nachweisen.

 

Möglicherweise lässt sich der Effekt bei Männern mit einer durch die Lipidsenker verursachte Senkung des Testosteron-Spiegels erklären. Bei Frauen könnten durch Statine ausgelöste Schlafprobleme das Aggressions-Potenzial steigern. Einen Einfluss der Statine auf den Serotonin-Spiegel schließen die Studienautoren aus. (ss)

 

DOI: 10.1371/journal.pone.0124451

 

15.07.2015 l PZ

Foto: Fotolia/fabianaponzi