Pharmazeutische Zeitung online

Patientenberatung: Kritik wächst weiter

Datenschutz bei der PZ

Die Gesetzliche Krankenversicherung steht wegen der umstrittenen Vergabe der unabhängigen Patientenberatung (UPD) weiter unter Druck. Nach Ärzten, Grünen und dem VDK kritisiert nun auch der Sozialverband Deutschland (SoVD)die Entscheidung, die unabhängige Patientenberatung an ein Callcenter zu vergeben. Das beauftragte Unternehmen Sanvartis arbeitet jetzt schon für die Krankenkassen. Der Sozialverband fürchtet um die Unabhängigkeit und Neutralität der Beratung. «Die hohe Qualität und die unabhängige Unterstützung der Patienten ist in Gefahr, wenn die Beratung über einen kommerziellen Anbieter erfolgt», kritisiert SoVD-Präsident Adolf Bauer in einem Schreiben an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (beide CDU). Es sei nicht nachzuvollziehen, wenn ein seit langem anerkanntes Beratungsangebot nicht mehr finanziert werde. Bislang hatte der Verbund Unabhängige Patientenberatung mit bundesweit 21 Geschäftsstellen diese Aufgabe übernommen. Von Apothekerseite hatte zuletzt der Verein demokratischer Pharmazeuten und Pharmazeutinnen die Vergabepraxis der Kassen als «unfassbare Marktgläubigkeit» bezeichnet. (dr)

 

17.07.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Torbz