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Weltgesundheitstag: Besser auf Lebensmittelhygiene achten

Das Thema Lebensmittelsicherheit steht im Zentrum des Weltgesundheitstags am 7. April. Jährlich zwei Millionen Menschen sterben nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit an Infektionen, die durch verseuchte Speisen oder unreines Trinkwasser verursacht werden. Zum Aktionstag werden in mehreren Ländern auf nationale Belange zugeschnittene Veranstaltungen organisiert, die über Bakterien, Parasiten oder chemische Substanzen auf dem Teller informieren.

 

Auch in Europa erkranken jedes Jahr Hunderttausende Menschen an verunreinigten Lebensmitteln, obwohl die Kontrollen und Alarmsysteme immer ausgeklügelter werden. Sicher ist das Essen auf dem Teller nur, wenn Hersteller, Verarbeiter und Konsumenten Hygiene-Regeln beachten und sowohl die Beteiligten selbst als auch die Behörden gründlich kontrollieren. 

 

Europa hat strenge Hygiene-Vorschriften und ein Schnellwarnsystem für riskante Lebensmittel. Bislang zeigten solche Systeme weltweit aber nur «die Spitze des Eisbergs» an, sagt Hilde Kruse, die beim WHO-Regionalbüro Europa für Lebensmittelsicherheit zuständig ist. Steige die Zahl der Fälle in einem Land, könne das auch auf genauere Kontrollen hindeuten und nicht unbedingt auf mehr Erkrankungen. «Wir haben keine Zahlen, die belegen, ob es weltweit einen Anstieg oder einen Rückgang gibt», sagt Kruse. «Aber wir glauben, dass die Risiken steigen.»

 

«Wir leben in einer globalisierten Welt», sagt Kruse. «Moderne Konsumenten wollen das ganze Jahr lang Lebensmittel von überall auf der Welt essen.» Der enorme weltweite Handel mit Lebensmitteln und Tieren, aber auch Reisen machen es für gefährliche Erreger leichter, sich über die Erdkugel auszubreiten – genau wie der Trend zu rohen Lebensmitteln und abgepacktem Essen aus dem Supermarkt. In Ländern wie Deutschland sind mit einer älter werdenden Bevölkerung immer mehr Menschen anfällig für die Keime. In anderen Weltregionen erhöhen Armut oder extremes Wetter das Risiko.

 

Zwar tauschen sich die EU-Länder über Infektionen aus. Hier greifen auch viele Kontrollmechanismen gut. Trotzdem wurden aus EU und dem Europäischer Wirtschaftsraum (EWR) 2013 allein mehr als 310.000 Fälle von bakteriellen Lebensmittelinfektionen gemeldet. Davon endeten 322 tödlich. «Hygieneprobleme gibt es überall auf der Welt», sagt Kruse. «Auch in den am meisten fortgeschrittenen Ländern.» In Europa ist dazu etwa die für Lebensmittelsicherheit wichtige Wasserqualität nicht überall gleich. «In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen der Europäischen Region der WHO können zehn Durchfall-Todesfälle am Tag auf unzureichende Wasserqualität, Abwasserentsorgung und Hygiene zurückgeführt werden», sagt WHO-Experte Oliver Schmoll.

 

Nicht selten ist der Verbraucher an seiner Misere selbst schuld: Wer beim Kochen nicht genug auf die Hygiene achtet, riskiert eine Infektion. Die WHO mahnt deshalb dazu, auf Sauberkeit zu achten, Lebensmittel bei den richtigen Temperaturen aufzubewahren und Essen gründlich zu kochen. Wichtig zudem: Tomate und Gurke nicht auf demselben Brettchen schneiden, auf dem vorher das rohe Hühnchen lag. «So werden die Bakterien von dem Geflügel auf den Salat übertragen», sagt Kruse. «Das ist ein sehr verbreitetes Problem überall auf der Welt.»

 

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02.04.2015 l dpa

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