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Sächsischer Apothekertag: Beteiligte von ARMIN überzeugt

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Die Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen (ARMIN) wird auch auf Bundesebene die Standards für künftige Maßnahmen zur Arzneimitteltherapie-Sicherheit (AMTS) setzen. Darüber waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion zu ARMIN einig. Auf dem 13. Sächsischen Apothekertag in Leipzig gaben Vertreter der an dem Projekt Beteiligten – der Chef der Kassenärztlichen Ver­ei­ni­gung Sachsen, Dr. Klaus Heckemann, die Armin-Be­auf­tragte des Sächsischen Apothekerverbands (SAV), Monika Koch (Foto), der Bereichsleiter Arzneimittel AOK Plus, Dr. Ulf Maywald sowie Matthias Kahnt von der Unabhängigen Pa­ti­en­ten­beratung Deutsch­land – einen Überblick über den Status Quo des Modellprojekts.

 

Koch zeigte sich von der Strahlkraft des Projekts überzeugt. «Ich bin sicher, dass zunehmend mehr Ärzte mitmachen werden», sagte sie. Auch bei der technischen Umsetzung habe man Standards gesetzt, die bundesweit nach Projektende 2019 kaum noch geändert werden müssten. Derzeit nehmen insgesamt 530 Ärzte und 900 Apotheker an der Initiative teil, deren Ziel es ist, Anwendungsrisiken bei der Medikamenteneinnahme zu minimieren und so die Sicherheit und Wirksamkeit der Therapie zu verbessern. Insbesondere ältere multimorbide Patienten nehmen oft mehrere Medikamente gleichzeitig ein, was unter Umständen zu unerwünschten, gefährlichen Wechselwirkungen führen kann. Im Rahmen der Arzneimittelinitiative arbeiten Arzt und Apotheker bei der Betreuung der Arzneimitteltherapie zusammen. Das Projekt basiert auf drei Modulen: der Wirkstoffverordnung, dem Medikationskatalog und dem Medikationsmanagement.  

 

Die ersten beiden Module werden seit April 2014 bereits in der Praxis erprobt. Dazu verordnet der Arzt je nach Indikation geeignete Wirkstoffe. Der Apotheker händigt dem Patienten dann das entsprechende Arzneimittel aus, für das mit der Kasse ein Rabattvertrag besteht. Mitte dieses Jahres soll nun mit dem Medikationsmanagement auch die dritte Projektstufe an den Start gehen. Arzt und Apotheker können dabei über eine gesicherte Netzanbindung auf den elektronischen Medikationsplan des Patienten zugreifen, gegebenenfalls aktualisieren und mittels Überblick über dessen Gesamtmedikation die Therapiesicherheit verbessern.

 

Für den Vorstandsvorsitzenden der KV Sachsen ist ARMIN ein gutes Mittel, die Negativfolgen der Rabattverträge, die seiner Meinung nach die Therapietreue des Patienten torpedieren, wieder zu beheben. «So führt die Rabattvertragssystematik dann letztlich doch zu etwas Gutem», so Heckemann. Grundsätzlich funktionierten Wirkstoffverordnung und Medikationsplan gut. Das Projekt müsse sich selbst bestätigen, sagte er angesichts der in Sachsen nach wie vor eher zögerlichen Beteiligung der Ärzte. Man könne niemanden zur Teilnahme zwingen. «Es muss sich rumsprechen, dass es gut läuft.» Nach Angaben von Koch ist das Feedback der am Projekt teilnehmenden Arzt- und Apothekerpaare bislang durchweg positiv. (et)

 

20.04.2015 l PZ

Foto: Ulrich Bethge/SAV