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Antibiotika: Engpässe werden häufiger

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Die Lieferfähigkeit wichtiger Antibiotika wird immer schlechter. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher der George-Washington-Universität nach Auswertung einer nationalen Datenbank für Medikamentenengpässe an der Universität Utah im Fachjournal «Clinical Infectious Diseases». Demnach lagen zwischen 2001 und 2013 für 148 Antibiotika-Präparate Meldungen vor, mit zunehmender Tendenz seit 2007. 46 Prozent der betroffenen Medikamente sind für den Einsatz bei schwer zu behandelnden Bakterien wie Clostridium difficile, Carbapenem-resistente Enterobacteriaceae, Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Pseudomonas aeruginosa gedacht. Aber auch Breitbandantibiotika und pädiatrische Formulierungen waren betroffen. Oft fehlten auch die Mittel der ersten Wahl für bestimmte Infektionen.

22 Prozent der Antibiotika waren mehrmals von Lieferengpässen betroffen. Im Mittel waren sie mehr als sechs Monate lang nicht lieferbar. Zum Ende des Studienzeitraums im Dezember 2013 waren 26 Präparate knapp oder gar nicht erhältlich. «Das ist ein großes Problem, für das wir noch keine Strategie haben», kommentiert Studienleiterin Dr. Larissa May. «Das hat deutliche Folgen für die Patientenversorgung, die sehr beunruhigend sind und wahrscheinlich noch offensichtlicher werden, wenn wir nichts dagegen unternehmen.»

Als Gegenmaßnahmen schlagen die Autoren eine frühere, zwingende Ankündigung von Lieferengpässen durch die Hersteller vor. Zudem müsse der Austausch zwischen Apothekern und Ärzten verbessert werden, damit Ärzte früher Bescheid wüssten, welche Arzneimittel sie gerade nicht verordnen können. Auch die Behörden sollten Lieferengpässe enger kontrollieren und Alternativen vorschlagen.

 

Da bestimmte Medikamente, insbesondere Parenteralia, häufig nur von einer oder wenigen Firmen weltweit hergestellt werden, könnte eine Analyse in Deutschland ähnlich ausgehen. Zumindest beklagen auch Apotheker hierzulande immer häufiger Lieferausfälle, darunter auch Antibiotika. Eine Liste mit freiwilligen Angaben der Hersteller führt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. (dh)

DOI: 10.1093/cid/civ201

 

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28.04.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Minerva Studio