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SPD-Mediziner sehen Präventionsgesetz kritisch

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Gesundheit in der SPD hält den Gesetzentwurf der großen Koalition zur Gesundheitsvorsorge für unzureichend. «Prävention muss vor allem den Zusammenhang von Armut und Krankheit bekämpfen», sagte der neu gewählte Bundesvorsitzende der AG, der Arzt und hessische Landtagsabgeordnete Thomas Spies, der Nachrichtenagentur dpa. «Deutschland hat 14 Jahre Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Arm und Reich, Schweden zwei Jahre.»

 

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) setze vor allem auf Beratungsangebote und Aufklärungskampagnen, «die das am wenigsten wirksame Instrument sind», sagte Spies. Prävention dürfe auch nicht länger Marketing-Mittel der Krankenkassen sein, um Mitglieder zu gewinnen. Vorsorge müsse an der Lebensweise der Menschen, an ihrem Umfeld ansetzen. «Da geht es um Ernährung, Bewegung, um Strategien, das zu bewältigen, was es heißt, ein armer Mensch zu sein.» Nötig sei ein Zusammenwirken aller Sozialversicherungsträger, der privaten Krankenkassen und der öffentlichen Hand, sagte Spies, der am Abend des 27. März in Berlin gewählt wurde. Der AG gehören SPD-Mitglieder in Heilberufen an. Minister Gröhe hatte seinen Entwurf im Dezember durch das Kabinett gebracht.

 

02.03.2015 l dpa

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