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Nach Zeckenstich: Borreliose-Labortest oft unnötig

Bei Verdacht auf Borreliose nach Zeckenstichen setzen Ärzte nach Meinung der deutschen Borreliosegesellschaft zu oft unbegründet auf kostspielige Laboruntersuchungen. Beim Großteil der Verdachtsfälle sei ein roter Ring auf der Haut als wichtigstes Anzeichen so offensichtlich, dass Labordiagnostik überflüssig sei, sagte Professor Dr. Klaus-Peter Hunfeld, Chefarzt der Abteilung Labormedizin, Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main, auf einer Tagung der Borreliosegesellschaft in Erfurt. Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Allein in Ostdeutschland waren laut Robert-Koch-Institut im vergangenen Jahr rund 5000 Menschen betroffen. 2015 sind es bislang rund 250. Die Dunkelziffer liegt wegen der nicht flächendeckenden Meldepflicht weitaus höher.

 

20.03.2015 l PZ/dpa

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