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Rheumatoide Arthritis: Erstes Biosimilar erwartet

In vier bis sechs Wochen wird erstmals ein Biosimilar für den Einsatz in der Rheumatologie auf deutschen Markt kommen. Diese Erwartung äußerte Professor Dr. Ulf Müller-Ladner aus Bad Nauheim auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming. Es handele sich um ein Infliximab-Biosimilar in Konkurrenz zum Originalpräparat Remicade® von MSD. Die Infliximab-Biosimilars Remsima® von Celltrion Healthcare und Inflectra® von Hospira haben bereits 2013 eine EU-Zulassung erhalten, sind allerdings in Deutschland noch nicht auf dem Markt. Der Mediziner geht davon aus, dass über kurz oder lang auch andere Biosimilars, etwa von Adalimumab oder Etanercept in den Handel kommen werden.

TNF-α treibt Entzündungsprozesse voran und ist bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) überexprimiert. Infliximab, Golimumab, Adalimumab, Etanercept und Certolizumab Pegol sind TNF-α-Inhibitoren, die bei RA-Patienten zum Einsatz kommen. «In ihrer Wirkung sind sie alle mehr oder weniger gleich», sagte Müller-Ladner. Bisher werden sie in der Regel mit anderen Medikamenten kombiniert. Der Mediziner zeigte sich erfreut, dass mittlerweile auch verstärkt über eine Biological-Monotherapie gesprochen werde und es Bestrebungen gebe, bei diesen eine Zulassung für die Monotherapie zu erhalten.

Müller-Ladner ging auch auf mögliche Risiken von Biologicals ein. Mittlerweile habe man langjährige Erfahrungen mit dem Einsatz dieser Substanzen in der Rheumatologie gesammelt und man könne die Substanzen guten Gewissens einsetzen. Nur in extrem seltenen Fällen käme es bei der Anwendung von TNF-α-Hemmern zur Entwicklung eines Lymphoms. Darauf und auf mögliche Hautveränderungen sollten Ärzte bei ihren Patienten besonders achten. Komplette Entwarnung könne für die mögliche Entstehung solider Tumoren gegeben werden. (ss)

 

22.01.2015 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller