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Junge Erwachsene: Beratung toppt Markenimage

Jugendliche und junge Erwachsene legen bekanntlich häufig Wert auf Markenprodukte – in der Apotheke jedoch nicht so sehr, wie eine Umfrage unter 1120 jungen Erwachsenen zwischen 21 und 29 Jahren sowie 1082 Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren ergab. Knapp einem Drittel ist das Markenimage von Gesundheitsprodukten wichtig oder sehr wichtig, berichten die Marktforschungsunternehmen Dr. Kahl Consulting und Youngcom. Für 60 Prozent ist es dagegen weniger wichtig oder unwichtig. Laut Umfrage kauft diese junge Zielgruppe ihre Gesundheitsprodukte bevorzugt in der öffentlichen Apotheke. Knapp 30 Prozent sind dort drei- bis viermal im Jahr Kunde, die Hälfte sogar öfter. Etwa 35 Prozent von ihnen geben durchschnittlich 11 bis 20 Euro in der Apotheke aus, wohl auch dank einer guten Beratung. Denn rund 90 Prozent der jungen Erwachsenen sind mit der Beratung immer oder oft zufrieden. Die meisten der Digital Natives bevorzugen daher die örtliche Apotheke gegenüber dem Versandhandel.

 

«Junge Erwachsene benötigen als Gesundheitsanfänger intensive Beratung», kommentiert Studienleiter Dr. Stefan Kahl. «Diese erhalten sie in der stationären Apotheke vom gut ausgebildeten Personal. Daher verwundert es uns nicht, dass diese ansonsten sehr internetaffine Zielgruppe nicht so häufig in Online-Apotheken einkauft.» Jugendliche und junge Erwachsen informierten sich zwar vor allem online auf Themenseiten über Gesundheit, kauften aber dann in der Offizin-Apotheke.

Noch mehr punkten könnten die örtlichen Apotheken bei dieser Zielgruppe, zu der immerhin 15 Millionen Einwohner Deutschlands gehören, mit mehr Sonderangeboten und dauerhaft günstigen Preisen sowie mehr Pröbchen. Unter den OTC-Präparaten kaufen die jungen Kunden vor allem Erkältungsmittel, Magen-Darm-Präparate, Antiallergika und Produkte zur Wundbehandlung. Dabei legen sie Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, eine gute Verträglichkeit und schnelle Wirksamkeit. Während ein Drittel sich auch für Wechselwirkungen interessiert, hat ein weiteres Drittel keine Bedenken bei der Anwendung von rezeptfreien Medikamenten. 48 Prozent würden pflanzliche Präparate kaufen, 38 Prozent sind offen für Homöopathika. Aus dem Nebensortiment sind vor allem Vitaminpräparate, Zahnpflegeprodukte, Arzneitees, Kosmetik und Kondome gefragt. Das bekannteste Marken-OTC-Produkt ist übrigens Aspirin®. (dh)

 

23.01.2015 l PZ

Foto: ABDA