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Glaukom: Augendruck runter, Sehfeld geschützt

Patienten mit Offenwinkelglaukom profitieren von einer medikamentösen Senkung des Augeninnendrucks (IOD), auch wenn sie keinen erhöhten IOD haben. Wie die «United Kingdom Glaucoma Treatment Study» (UKGTS) zeigte, bleibt das Sehvermögen länger erhalten, wenn die Patienten Latanoprost-Augentropfen anwenden.

 

An zehn britischen Augenkliniken wurden 516 Patienten mit neu diagnostiziertem Offenwinkelglaukom in die von der Firma Pfizer unterstützte Studie eingeschlossen und 1:1 randomisiert doppelblind in eine Verum- und eine Placebogruppe eingeteilt. Die Patienten tropften einmal täglich Latanoprost 0,005 Prozent oder Placebo in beide Augen. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Sehfeldverlust innerhalb von 24 Monaten.

 

Der mittlere Ausgangs-IOD betrug in der Verumgruppe 19,6 mmHg und 20,1 mmHg in der Kontrollgruppe. Nach 24 Monaten war der mittlere Augendruck unter Latanoprost um 3,8 mmHg und unter Placebo um 0,9 mmHg gesunken. Trotz des geringen Unterschieds blieb das Gesichtsfeld bei den Patienten in der Verumgruppe signifikant länger erhalten als unter Placebo. Der Unterschied war bereits nach zwölf Monaten erkennbar, schreiben die Autoren um Dr. David Garway-Heath. Am Ende hatten 35 Patienten unter Latanoprost Gesichtsfeldeinschränkungen erlitten gegenüber 59 unter Placebo. Es traten 18 schwere Nebenwirkungen auf, von denen keine der Studienmedikation zugeordnet werden konnte.

 

Nach Angaben der Studiengruppe ist die UKGTS die erste placebokontrollierte Studie, die den Nutzen einer IOD-senkenden Therapie auf den Erhalt des Sehvermögens bei Patienten mit Offenwinkelglaukom nachweist. Allerdings waren Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung ausgeschlossen, sodass die Resultate nur für Patienten mit mildem bis moderatem Glaukom gelten. (bmg)

 

DOI: 10.1016/S0140-6736(14)62111-5

 

21.01.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Coka