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Einfachste AMTS-Maßnahme: Stammapotheke aussuchen

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Als einfaches und wichtiges Mittel zur Erhöhung der Arzneimittel-Therapiesicherheit (AMTS) verweisen die Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe auf die Stammapotheke. In Nordrhein-Westfalen hätten sich Umfragen zufolge bereits zwei Drittel der Patienten für eine Stammapotheke entschieden. Auch wissenschaftlich ist der Vorteil einer Stammapotheke belegt: Einer Studie der Universität Pittsburgh aus dem vergangenen Jahr zufolge erhöht die Rezepteinlösung in mehr als einer Apotheke bei Patienten mit Multimedikation die Nonadhärenz um 10 bis 30 Prozent. Auch das Risiko für Wechselwirkung stieg um 11 Prozent, heißt es im «Journal of the American Geriatrics Society». Die Forscher um den Pharmazeuten Zachary A. Marcum hatten dazu die Daten von rund 1,5 Millionen krankenversicherten Patienten über 65 Jahre in den USA ausgewertet.

«Gerade für die 1,5 Millionen NRW-Bürger, die täglich fünf oder mehr Medikamente einnehmen, ist die Arzneimitteltherapie mitunter ein Risikoprozess», betonen AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening und AKNR-Präsident Lutz Engelen in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Daher unterstützen die Apothekerkammern die massiven Anstrengungen des Landesgesundheitsministeriums zur Erhöhung der Sicherheit bei der Therapie mit Arzneimitteln.

Man brauche wirksame Strategien, um die Einnahme unabgestimmter Medikamentencocktails zu vermeiden, teilte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) am Dienstag mit und verwies auf fünf Modellvorhaben zur Verbesserung der AMTS, die derzeit in NRW laufen. Bei «Team EGK» und «Medikationsplan NRW» sind auch Apotheker beteiligt, während bei den Projekten «Strukturiertes Arzneimittelmanagement», «Arzneimittelkonto NRW» und «Elektronische Behandlungsinformation (EBI)» nur Ärzte und gegebenenfalls Krankenkassen oder Krankenhäuser eingebunden sind.

Auf ihre eigenen, bereits erfolgreich etablierten Programme ATHINA (Arzneimittel-Therapiesicherheit in Apotheken) und das AMTS-Ausbildungsmodell wiesen die beiden Landesapothekerkammern hin. Diese Projekte hätten gezeigt, wie Therapietreue und Lebensqualität der Patienten erhöht und Doppelverordnungen vermieden werden können. Dem Apotheker komme im heilberuflichen Netzwerk aus Ärzten, Pflegekräften und Apothekern eine Lotsenfunktion im Arzneimittel-Dschungel zu, heißt es bei den Kammern. (dh)

DOI: 10.1111/jgs.12645

 

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21.01.2015 l PZ

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