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Welt-Aids-Tag: Küssen nicht verboten

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Bei einer aktuellen Befragung hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 1002 Deutsche befragt, wie es um ihr Wissen und Verhalten im alltäglichen Umgang ohne Übertragungsrisiko mit HIV-Positiven steht. Das Ergebnis: 99 Prozent der Deutschen kennen die wichtigsten Infektionsrisiken von HIV und Aids. Allerdings würden 48 Prozent der Befragten jemanden mit HIV wohl nicht küssen. Dabei sind laut BZgA die Vorbehalte jüngerer Menschen geringer. Die Studie wurde heute bei einer Pressekonferenz im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) in Berlin vorgestellt.

 

Außerdem geben 85 Prozent an, sie würden mit einem HIV-positiven Kollegen zusammen essen gehen während nur 1 Prozent dies nicht tun würde. Der Studie zufolge werden also Situationen bei denen kein Körperkontakt im Spiel ist, überwiegend als sicher wahrgenommen. Je stärker aber Körperkontakt und Hygiene in den Vordergrund treten, desto größer sei die Verunsicherung im Verhalten gegenüber HIV-positiven Menschen, so die BZgA. Trotzdem zeige die Studie auch: Nur wenige lehnen den Kontakt mit HIV-Positiven oder an Aids erkrankten Menschen strikt ab.

 

Um die noch bestehende Stigmatisierung und Diskriminierung zu bekämpfen, sei es wichtig, Menschen gut zu informieren und bei der Aufklärungsarbeit selbst infizierte Personen einzubeziehen, so die BZgA-Direktorin Professor Elisabeth Pott. Die aktuelle gemeinsame Kampagne von BMG, BZgA, der Deutschen Aids-Hilfe und der Deutschen Aids-Stiftung zum diesjährigen 27. Welt-Aids-Tag steht unter dem Motto «Positiv zusammen leben». Diese unterstreiche vor allem den Solidaritätsgedanken und stelle die Bedeutung guter Information heraus, heißt es vonseiten der Kampagnenleiter.

 

Pott verwies in ihrer Rede auch auf die Kampagne der Deutschen Aids-Hilfe «Let’s talk about Sex». Sie soll helfen, offener über Sexualität im Alltag zu reden. Dabei sollen in diesem Rahmen auch Ärzte geschult werden, intime Gespräche mit ihren Patienten frei und offen zu führen, so Pott. Laut Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) seien die Neuinfektionszahlen niedrig geblieben. «Aber nur knapp 40 Prozent der Infizierten weltweit haben Zugang zu einer entsprechenden Therapie», sagte Gröhe. Er freute sich über die Studienergebnisse, die ein Zeichen für gute Präventionsarbeit seien, aber die Arbeit müsse weitergehen. (ys)

 

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01.12.2014 l PZ

Foto: Fotolia/cienpiesnf