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Deutsche Aids-Hilfe: Bis 2020 keine Aidstoten mehr

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Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hat sich ein deutliches Ziel gesetzt: Im Jahr 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids sterben. Dafür muss laut Bundesverband vor allem gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV vorgegangen werden, da dies der Hauptgrund sei, dass hierzulande jedes Jahr noch mehr als 500 Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion sterben.

 

Ausgrenzung mache Angst vor einem HIV-Test und verhindere damit häufig einen rechtzeitigen Therapiebeginn. Zudem drängen veraltete Vorstellungen von der Krankheit die Diskriminierung voran, heißt es seitens der DAH. Es sei wichtig, die Menschenrechte von HIV-bedrohten Gruppen, wie schwule Männer, Drogenkonsumenten oder Menschen mit Migrationshintergrund, zu stärken, die lebensnahe Versorgung auszubauen und die Selbstbestimmung zu fördern. «Wir arbeiten darauf hin, dass Menschen mit einem positiven HIV-Testergebnis selbstbewusst, informiert und ohne Angst vor Diskriminierung und Ausgrenzung umgehen können», so die DAH. Politisch setzt sich der Verband nach eigenen Angaben für ein Präventionsgesetz auf Bundesebene ein. Darüber hinaus will die Aids-Hilfe Menschen mit HIV noch stärker in die Entwicklung und Umsetzung von Ideen, Diskussionen und Entscheidungen im Verband einbinden.

 

Für das Ziel 2020 ist man laut DAH medizinisch und technisch schon bereit: es gebe antiretrovirale Therapien, ein Netz von guten Testangeboten und ein dichtes Versorgungsnetz für Menschen mit HIV. Aber es komme auch auf den politischen Willen und entschlossenes Handeln von staatlichen Akteuren sowie Medizinern und der Selbsthilfe an. Vorhandene Ressourcen gelte es zu bündeln. «Das baldige Ende von Aids ist kein Traum, sondern ein realistisches Ziel und eine ethische Verpflichtung», betont Sylvia Urban vom Vorstand der DAH. (ys)

 

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03.11.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Planzer