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Belgardt: Medikationsmanagement wichtigstes Zukunftsthema

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Das Medikationsmanagement, also die kontinuierliche intensive Betreuung von Patienten, um ihre Arzneimittelanwendung zu optimieren, ist die wichtigste Aufgabe, die auf Apotheker in Deutschland zukommt. Das betonte Dr. Christian Belgardt, Präsident der Apothekerkammer Berlin, in der Delegiertenversammlung am Dienstagabend. «Vieles von dem, was Apotheker in anderen Ländern machen, können wir hier noch nicht. Aber wir sind alle Akademiker und zur Fortbildung verpflichtet, und deshalb werden wir das auch können», sagte Belgardt. Klar sei: «Wir müssen uns weiterentwickeln, denn wer in der Gegenwart die Vergangenheit für die Zukunft hält, hat ein Problem.»

Um die Apotheker in der Hauptstadt dafür fit zu machen, will die Apothekerkammer ein Seminar anbieten, in dem die Technik der Medikationsanalyse vermittelt wird. Ein eigenes Projekt, in dem Apotheken Kunden eine Medikationsanalyse oder ein -management anbieten, will die Kammer aber nicht auflegen. «Wir wollen erst die Ergebnisse von ARMIN abwarten», sagte Belgardt mit Blick auf das laufende Pilotprojekt Arzneimittelinitiative Thüringen-Sachsen. Nichtsdestotrotz müssten auch die Apotheker in Berlin anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

In anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien ist man diesbezüglich schon weiter. «Dort trennen Apotheker und Ärzte lediglich vier Semester, die Mediziner länger studieren als Pharmazeuten. Hier trennt uns leider ein bisschen mehr», sagte Belgardt. Standardwerke für die dortigen Apotheker wie etwa das British National Formulary seien daher auch für deutsche Kollegen als Lektüre zu empfehlen. Unabhängig davon, wie die Zuständigkeiten genau verteilt sind, gilt, dass Ärzte und Apotheker nur gemeinsam die Pharmakotherapie ihrer Patienten optimieren können. Die Arbeit im heilberuflichen Netzwerk sei denn auch eines der Haupt-Handlungsfelder für die berufspolitische Arbeit, die sich aus dem Perspektivpapier «Apotheke 2030» ableiten lassen, sagte Belgardt. Weitere Schwerpunkte wolle die Standesvertretung im kommenden Jahr auf die Pharmakovigilanz, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Qualifikation aus Fort- und Weiterbildung, die flächendeckende Versorgung und den Erhalt des Apothekerberufs als freier Beruf setzen. (am)

 

20.11.2014 l PZ

Foto: Apothekerkammer Berlin