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Pioglitazon: Millionen- statt Milliarden-Strafe für Hersteller

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Die Pharmakonzerne Takeda und Eli Lilly kommen im Rechtsstreit um verschwiegene Krebsrisiken beim Diabetes-Medikament Actos® mit dem Wirkstoff Pioglitazon erheblich günstiger davon als zunächst angenommen. Ein Bezirksgericht im US-Staat Louisiana habe die im April verhängte Strafe von 9 Milliarden US-Dollar auf 36,8 Millionen Dollar (29 Millionen Euro) gesenkt, teilte Takeda am Montag (Ortszeit) mit. Die zuständige Richterin bewertete die ursprüngliche Summe als unverhältnismäßig hoch. Die Schuld der Unternehmen sah sie hingegen als erwiesen an.

 

Takeda, der größte japanische Pharmakonzern, muss mit 27,6 Millionen Dollar den Hauptteil der Strafe stemmen. Der Kläger Terrence Allen erhält mehr als 1 Million Dollar als Entschädigung. Das Medikament Actos, von Takeda entwickelt und von Eli Lilly in den USA vermarktet, soll Krebs verursacht haben. Die Takeda streitet einen Zusammenhang ab. Das Unternehmen will, dass der Fall neu aufgerollt wird. Das lehnte die Richterin jedoch ab. «Wir betrachten die drastisch reduzierte Strafe als Schritt in die richtige Richtung, aber wir halten jede Strafe – egal in welcher Höhe – für ungerechtfertigt», sagte Kenneth Greismann, Vizepräsident und Leiter der Rechtsabteilung von Takeda USA. Eli Lilly war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

 

Pioglitazon ist ein Insulin-Sensitizer, der über Regulation des PPARγ-Rezeptors die Empfindlichkeit der Zellen für Insulin erhöht. Das Antidiabetikum erhöht laut Studienlage das Risiko für Blasenkrebs in geringem Maß. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bewertete das Nutzen-Risiko-Profil jedoch weiterhin positiv, sodass das Medikament auf dem europäischen Markt weiterhin erhältlich ist.

 

28.10.2014 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Andy Dean