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Fehlerhafte Rezepte wegen EGK-Umstellung

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Die Umstellung auf die elektronische Gesundheitskarte (EGK) macht Apothekern erneut Probleme. Bereits Anfang des Jahres hatte es Verwirrung gegeben, da lange nicht klar war, ob die Krankenkassen noch Rezepte akzeptieren, die über alte Versicherungskarten ausgestellt wurden.

 

Zum 1. Oktober nun mussten Arztpraxen ihre Software an die EGK anpassen. Dadurch würden in einigen Fällen Rezepte nicht mehr korrekt bedruckt, teilten der Deutsche Apothekerverband (DAV) und einige Landesverbände mit. Der Grund: Bislang war für das sogenannte Institutionskennzeichen (IK) der Krankenkasse auf jedem Rezept ein siebenstelliges Feld vorgesehen. Im Zuge der Umstellung wurde ab Oktober jedem IK die Ziffer 10 vorangestellt. In das entsprechende Feld müssen künftig also neun Stellen passen.

 

Einige Hersteller von Arztsoftware hätten jedoch offenbar «vergessen, das Druckformat auf 9-stellig zu ändern», heißt es in einem Schreiben des Hessischen Apothekerverbands (HAV) an seine Mitglieder. Praxen, die mit diesen Anbietern zusammenarbeiten, drucken nach wie vor wie für ein siebenstelliges Feld, wodurch auf den betroffenen Rezepten nun immer die letzten beiden Ziffern des IK fehlen.

 

Apotheker können so nicht anhand des IK prüfen, welche Rabattverträge für die abgegebenen Medikamente gelten. Dass auch der Name der Krankenkasse auf dem Rezept steht, hilft nicht in jedem Fall weiter, denn manche Kassen nutzen mehrere IKs. Bekommt ein Apotheker also ein solches Rezept mit zwei fehlenden Ziffern in die Hände, sollte er den Patienten um seine Versichertenkarte bitten, rät der HAV seinen Mitgliedern. Von dieser kann er das korrekte IK abschreiben.

 

Laut Kassenärztlichem Bundesverband (KBV) betrifft das Problem insgesamt zwölf Hersteller von Ärztesoftware. Allerdings sind diese Anbieter nur für rund 2 Prozent der deutschlandweit erstellten Rezepte zuständig, heißt es beim DAV. Apotheker dürften es also eher selten mit den fehlerhaften Rezepten zu tun bekommen.

 

Auch wird schon an der Lösung des Problems gearbeitet: Man habe bereits den Softwareanbieter ermittelt, auf denen die meisten Fälle zurückzuführen waren, sagt Herbert Wild von der Verrechnungsstelle Süddeutscher Apotheker. Denn auch die Rechenzentren mussten seit Auftreten des Problems jedes fehlerhafte Rezept einzeln korrigieren, was viel Aufwand bedeutete. Inzwischen habe der Hersteller jedoch ein Software-Update an die Arztpraxen versandt, wodurch Tag für Tag weniger Fälle auftauchten, so Wild. Es sollte also nur eine Frage der Zeit sein, bis das Problem behoben ist. (ah)

 

06.10.2014 l PZ

Foto: ABDA/Gust