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Schwere Hautreaktionen unter Alzheimer-Mittel beobachtet

Unter Einnahme des Galantamin-haltigen Präparats Reminyl® Prolonged Release wurden schwere Hautreaktionen bei Patienten beobachtet. Darauf weist die Firma Janssen in Absprache mit der Schweizer Arzneimittel-Überwachungsbehörde Swissmedic hin. Den schweizerischen Ärzten wird empfohlen, die Patienten über die Anzeichen von schweren Hautreaktionen zu informieren und das Arzneimittel beim ersten Auftreten von Hautausschlag abzusetzen. Ein entsprechender Warnhinweis wurde in die Produkt- und Fachinformation der Galantaminhydrobromid-haltigen Fertigarzneimittel aufgenommen. Zusätzlich wurden Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und akute generalisierte exanthematöse Pustulosis (AGEP) als neue unerwünschte Wirkungen aufgenommen.
 
Reminyl ist zur symptomatischen Behandlung von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer-Typ zugelassen. Die Aktualisierung der schweizerischen Fachinformation beruht auf einer Überprüfung der internationalen Sicherheitsdatenbank, die Spontanmeldungen von unerwünschten Wirkungen und wissenschaftliche Literatur enthält. Anlass war die Meldung einer schweren Hautreaktion. Diese unerwünschten Wirkungen werden freiwillig gemeldet, und es ist nicht immer möglich, deren Häufigkeit verlässlich zu schätzen oder den Kausalzusammenhang zur Arzneimittelexposition herzustellen, so Janssen in dem Schreiben an die Schweizer Ärzte.
 
Die aktuellen Fachinformationen der auch in Deutschland zugelassenen Präparate mit Galantamin (Reminyl® Hartkapseln retardiert und Reminyl® Lösung) enthalten bisher keinen entsprechenden Warnhinweis. (rt)

 

01.10.2014 l PZ

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