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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Mortalität sinkt in Europa

In Europa geht die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle in den meisten Ländern zurück. Dabei fällt der Rückgang in westlichen Ländern deutlich größer aus als in östlichen. Das geht aus einer aktuellen Analyse britischer Forscher hervor, die im «European Heart Journal» veröffentlicht wurde. Insgesamt sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwar nach wie vor die häufigste Todesursache in Europa. In zehn Ländern sterben aber mittlerweile mehr Männer an Krebs als an Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen kardiovaskulären Komplikationen. Das ist in Belgien, Dänemark und Frankreich, Israel, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Slowenien, Spanien und San Marino der Fall. Erstmals löste Krebs auch bei Frauen in einem Land (Belgien) kardiovaskuläre Erkrankungen als Haupttodesursache ab. Der Grund für diese Entwicklung sind einerseits ein verbessertes Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung mit sinkenden Raucherzahlen, andererseits verbesserte Therapiemöglichkeiten, erklärt Seniorautor Dr. Nick Townsend vom Center for Non-Communicable Diseases Prevention der Britischen Herzstiftung in einer Pressemitteilung.

Das Forscherteam um Townsend und Dr. Melanie Nichols von der Universität Oxford wertete für die Untersuchung die Daten zu kardiovaskulären Todesfällen aus 52 europäischen Ländern über einen Zeitraum von zehn Jahren aus. Pro Jahr sterben demnach in Europa etwa 4,1 Millionen Menschen an Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, davon 1,9 Millionen Männer und 2,2 Millionen Frauen. Frauen sind insgesamt häufiger betroffen als Männer: 51 Prozent aller Todesfälle bei Frauen, aber nur 42 Prozent der Todesfälle bei Männern haben der Studie zufolge kardiovaskuläre Ursachen.

Auffällig sind die starken Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: So ist das Risiko für 55- bis 60-Jährige, an einer koronaren Herzkrankheit zu sterben, in einigen östlichen Ländern wie Russland und der Ukraine höher als das Risiko von 75- bis 80 Jährigen in Frankreich. Im Jahr 2010 beispielsweise starben in Russland und der Ukraine 915 von 100.000 Männern und 517 von 100.000 Frauen an kardiovaskulären Erkrankungen im Vergleich zu 150 von 100.000 Männern und 87 pro 100.000 Frauen in Frankreich. (ch)

doi: 10.1093/eurheartj/ehu299

 

25.08.2014 l PZ

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