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Apothekerverband: Importquote muss weg

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Der Vizepräsident des Landesapothekerverbands (LAV) Baden-Württemberg fordert eine Ende der Importregelung. «Der Reimport von Arzneimitteln birgt das Risiko, dass durch den Handel auf Spotmärkten benötigte Arzneimittel stellenweise nicht verfügbar sind», warnte LAV-Vizepräsident Christoph Gulde laut Pressemitteilung. Er kritisiert auch das Erscheinungsbild mancher Importe. Die Packungen entsprächen häufig nicht den Erwartungen der Patienten an Waren aus einer Apotheke. Es gebe Produkte in überklebten Packungen mit zerschnittenen Blistern. Dies verunsichere die Patienten und gefährde das Vertrauen in die Arzneimittel, sagt Gulde. Außerdem gebe es Hinweise darauf, dass Hehlerware und gefälschte Arzneimittel als Reimporte auf den deutschen Markt gelangen.

Die möglichen Einsparungen durch Parallelimporte stehen für Gulde in keinem Verhältnis zu den Risiken. Zudem seien heute die Einsparungen über Rabattverträge weitaus höher als die über Importe. Deshalb müsse der Sinn der vorgeschrieben Importquote genau unter die Lupe genommen werden. Aus seiner Sicht sei dieses Kostensenkungsinstrument überholt. Gulde: «Unsere sichere Versorgungskette wird angreifbar und zum Einfallstor für kriminelle Machenschaften.» Die Gesundheitspolitiker dürften nicht die Augen vor dieser dramatischen Entwicklung verschließen. Es werde Zeit, dass der Gesetzgeber die Importquote abschaffe, die den Apothekenalltag noch komplizierter macht und mehr Gefahren als Nutzen bringe. (dr)  

 

18.08.2014 l PZ

Foto: Fotolia/anoli