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Suchtbericht: Mehr Rauschtrinker, weniger Raucher

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Junge Menschen in Deutschland rauchen und trinken seltener als noch vor einigen Jahren. Wenn sie Alkohol konsumieren, tun sie dies jedoch immer häufiger in riskanter Menge. Darauf wies die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), heute bei der Vorstellung des Drogen- und Suchtberichts 2014 hin.

 

Der Tabakkonsum bei Jugendlichen sei seit 2001 um 12 Prozent zurückgegangen, erklärte Mortler. Beim regelmäßigen Alkoholkonsum seien es 4 Prozent. Trotzdem habe sich die Zahl der Unter-20-Jährigen, die aufgrund sogenannten Rauschtrinkens ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen, seit dem Jahr 2000 verdreifacht. Auch junge Erwachsene bis 29 Jahre würden häufiger bis zum Rausch trinken, so die Drogenbeauftragte. Die Bundesregierung werde das Thema verstärkt angehen und weiter auf Prävention setzen, sagte Mortler. Auch will die Politikerin das Thema Suchtprävention im geplanten Präventionsgesetz verankern. Ein Werbeverbot für Alkohol strebe sie jedoch nicht an, so Mortler.

 

Sorgen macht Mortler auch die steigende Zahl der glücksspielsüchtigen jungen Männer. Dem Suchtbericht zufolge spielten im vergangenen Jahr mit 23,5 Prozent viermal so viele 18- bis 20-jährige Männer an Geldspielautomaten als noch 2007 (5,8 Prozent). Auch gelten inzwischen 250.000 junge Menschen als internetabhängig, weitere 1,4 Millionen als gefährdet durch problematischen Internetgebrauch. Diesem Thema werde sie sich genau wie der Aufklärung zu elektronischen Zigaretten und Wasserpfeifen verstärkt widmen, sagte Mortler. Auch wolle sie die Verbreitung von kristallinem Methamphetamin (Crystal Meth) weiter beobachten und hier Präventionsangebote ausweiten.

 

Beim Thema Medikamentensucht verweist der Suchtbericht auf den Epidemiologischen Suchtsurvey (ESA) aus dem Jahr 2012. Demnach sind in Deutschland rund 2,31 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren abhängig von Schmerz-, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln. Bei 3,3 Millionen Deutschen liegt dem Suchtbericht zufolge ein Alkoholmissbrauch oder eine Alkoholabhängigkeit vor. 14,7 Millionen Bundesbürger rauchen. Ihre Zahl ist somit leicht gesunken. Die Anzahl der Drogentoten ist dagegen laut Suchtbericht im vergangenen Jahr nach jahrelangem Rückgang erstmals wieder gestiegen und lag 2013 bei 1002 Verstorbenen.

 

Kritik an der Suchtpolitik der Bundesregierung wies die Drogenbeauftragte zurück. Die Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik aus dem Jahr 2012 habe sich bewährt und man werde weiter auf sie setzen, sagte Mortler. Erst in der vergangenen Woche hatte ein Zusammenschluss aus Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftlern einen alternativen Sucht- und Drogenbericht vorgestellt und darin ein Umdenken in der Suchtpolitik gefordert. (ah)

 

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Alternativer Drogenbericht: Umdenken gefordert, Meldung vom 02.07.2014

 

07.07.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Joshua Resnick