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Oxycodon-Naloxon: Neue Fixkombi für RLS-Patienten

Seit kurzem ist ein Oxycodon-Naloxon-haltiges Retardpräparat für Patienten mit Restless-legs-Syndrom (RLS) zugelassen und auf dem Markt verfügbar. Das Medikament sei geeignet für schwer betroffene Patienten, die auch tagsüber Beschwerden haben, erklärte Professor Dr. Claudia Trenkwalder, Chefärztin der Paracelsus-Elena-Klinik Kassel, bei der Einführungs­presse­konferenz von Targin® (Mundipharma) in München. Ebenso könnten RLS-Patienten, die auf eine dopaminerge Medikation nicht ansprechen oder eine Verschlimmerung unter der bisherigen Therapie (Augmentation) erleiden, das Opioid bekommen.

 

Die Zulassungsstudie hat laut Trenkwalder gezeigt, dass sich die Symptome bei vorbehandelten Patienten mit schweren RLS durch die Fixkombination signifikant verbessern. Es gab keine bestätigte Augmentation. Allerdings schieden etwa 30 Prozent der Patienten aus der Verumgruppe und 37 Prozent aus der Placebogruppe aus der zwölfwöchigen doppelblinden Studie aus. Sehr häufige unerwünschte Wirkungen waren Übelkeit, Obstipation, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Es habe auch schwere Nebenwirkungen wie Erbrechen, Obstipation, Ileus und Subileus gegeben, berichtete die Neurologin. In der offenen Verlängerungsstudie über 40 Wochen blieb der Nutzen der Therapie erhalten. «Die Langzeittherapie scheint die Erkrankung zu stabilisieren.»

 

Aufgrund der Opioid-Effekte sollten Patienten mit Suchtproblemen in der Anamnese das neue Präparat nicht oder nur bei sehr genauer Überwachung bekommen, sagte Trenkwalder. Ebenso solle man vorsichtig sein bei Patienten, die an langjähriger Obstipation leiden. 

 

Das RLS zählt mit einer altersabhängigen Prävalenz von 3 bis 10 Prozent zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. 1 bis 3 Prozent der Menschen in Deutschland gelten als therapiebedürftig. Charakteristisch für das Syndrom ist ein oft mit Sensibilitätsstörungen verbundener starker Bewegungsdrang der Beine, der besonders in Ruhe oder bei Entspannung auftritt und sich durch Bewegung bessert. Da die Symptome vor allem abends und nachts auftreten, leiden die Betroffenen unter Schlafstörungen, die zu Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Erschöpfungszuständen führen können. (bmg)

 

05.06.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Africa Studio