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Leipzig: CDU will Pharmazie-Institut erhalten

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Die CDU Sachsen spricht sich für den Erhalt des Leipziger Pharmazie-Instituts aus. Das sicherte Professor Günther Schneider, wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU Sachsen, bei einer offenen Gesprächsrunde mit dem Fachschaftsrat für Biowissenschaften und Pharmazie (FSR BioPharm) in Leipzig zu.


Das Pharmazie-Institut ist seit 2011 mit Schließungsplänen der Leipziger Universität von der Schließung bedroht, da das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) der Hochschule Einsparungen verordnet hat. Laut Pressemitteilung des Fachschaftsrats ist die Zukunft des Instituts nach wie vor ungewiss. Daher suchen die Studenten den direkten Austausch mit der Politik, sagte Friederike Zühl, stellvertretende Sprecherin des FSR BioPharm.


Für Schneider liegt die Lösung des Problems in einer Kooperation mit dem Pharmazie-Institut in Halle. «Die CDU-Fraktion will den Standort Leipzig in Bezug auf die Pharmazie erhalten. Dabei sollten geeignete Lösungsvarianten erwogen werden, wie eine Kooperation im Verbund mit Halle gestaltet werden kann», sagte Schneider gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. Es fehle noch an konkreten Umsetzungsüberlegungen unter Einbeziehung aller Beteiligten. Die Studenten stehen dem Vorhaben kritisch gegenüber. Schließlich seien die Laborkapazitäten an beiden Standorten zu knapp und es gebe keine Möglichkeiten, neue Räume zu schaffen, sagte Zühl. Auch sei unter anderem unklar, wie die Studenten bei einem zeitintensiven Studium die Strecke Leipzig – Halle bewältigen sollen oder wie die Betreuung der größeren Studentengruppen kompensiert werden könne, so die Pharmazie-Studentin.


Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung übernimmt der Bund ab 2015 die komplette Finanzierung des BAföGs. Nach Angaben von Zühl wollten die Studenten von Schneider wissen, wie diese Entlastung der Länder der Hochschule zugutekomme. Schneider zufolge wolle das SMWK zwei Drittel der Mittel in einen Zusatzfonds für Hochschulen investieren. «Sachsens Hochschulen stehen damit jährlich zusätzliche und unbefristete Mittel in Höhe von rund 56,6 Millionen Euro vor allem für die Nachwuchsförderungen, die Erstausstattung, Großgeräte und den Hochschulbau zur Verfügung», sagte Schneider. Ob und wie das Pharmazie-Institut von diesen zusätzlichen Geldern profitiere, ist laut Zühl allerdings noch unklar. (ys)

 

13.06.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Universität Leipzig