Pharmazeutische Zeitung Online
AMK

Hepatitis C: Aus für Boehringers Faldaprevir

Datenschutz bei der PZ

Es ist ein Aus auf der Zielgeraden: Boehringer Ingelheim wird das Hepatitis-C-Medikament Faldaprevir nicht weiterentwickeln, obwohl mit der Zulassung des neuen Protease-Inhibitors demnächst zu rechnen war. In einer Pressemitteilung gab das deutsche Pharmaunternehmen jetzt bekannt, dass es die weltweit eingereichten Zulassungsanträge zurückziehen wird. Als Begründung für diesen ungewöhnlichen Schritt nennt Boehringer die großen Fortschritte in der Therapie der Hepatitis C, die es seit dem Einreichen der Zulassungsanträge für Faldaprevir gegeben habe. Dank mehrerer neuer Wirkstoffe und angesichts der für dieses Jahr erwarteten Zulassung weiterer neuer Präparate, die eine Interferon-freie Therapie ermöglichen werden, gebe es keinen Bedarf mehr für Faldaprevir.

In der Tat hat sich in kaum einer anderen Indikation in letzter Zeit so viel getan wie bei der chronischen Hepatitis-C-Infektion. Mit dem Protease-Inhibitor Simeprevir (Olysio®, Janssen-Cilag) und dem NS5B-Polymerase-Inhibitor Sofosbuvir (Sovaldi®, Gilead) erhielten allein in diesem Jahr bereits zwei neue Wirkstoffe die EU-Zulassung. Mit den NS5A-Inhibitoren Daclatasvir und Ledipasvir stehen darüber hinaus zwei Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse in den Startlöchern. (am)

 

Lesen Sie dazu auch

Wirkstoffprofil Sofosbuvir (Sovaldi® / 2014) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

26.06.2014 l PZ

Foto: Fotolia/photocrew