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ABDA-Mitgliederversammlung: Perspektivpapier abgesegnet

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Das Perspektivpapier «Apotheke 2030» ist in seiner aktuellen Version von den Mitgliedsorganisationen der ABDA angenommen worden. Nach der Verabschiedung des Papiers bei der Mitgliederversammlung der ABDA am Mittwoch in Berlin, soll es nun beim Deutschen Apothekertag im September in München den Delegierten zur Abstimmung vorgelegt werden. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt zeigte sich zufrieden mit der aktuellen Version, die der geschäftsführende Vorstand Ende Mai einvernehmlich angenommen hatte. «Ich persönlich denke zwar, an manchen Stellen des Papiers hätte man in der Formulierung noch weiter gehen können», sagte er bei einer Pressekonferenz. Aber dass sowohl die Traditionalisten als auch die Reformer unter den Apothekern gleichermaßen unbefriedigt mit dem Ergebnis seien, sehe er als gutes Signal. «Das ist ein Zeichen, dass der Entwurf genau richtig liegt.»


Das achtseitige politische Papier formuliert Ziele für die Weiterentwicklung des Apothekerberufs. An der Entstehung des Perspektivpapiers, das ursprünglich unter dem irreführenden Namen Leitbild kommuniziert worden war, haben sich die Gremien der ABDA, die Landesapothekerverbände und -kammern sowie einige Tausend Apotheker beteiligt. Sollten auch die Delegierten beim Deutschen Apothekertag dem Papier zustimmen, soll anschließend über die strategische Umsetzung der Zeile beraten werden, so Schmidt. Dabei wird es laut ABDA um die drei Themenschwerpunkte Qualifikation, Medikationsmanagement und Versorgungstruktur gehen.

 

Im Gespräch mit der «Welt» machte der ABDA-Präsident deutlich, dass sich in der Folge auch die Honorierung ändern müsse. «Neben der bisherigen Grundvergütung, die sich an der abgegebenen Packung orientiert, brauchen wir eine zweite Vergütungssäule», sagte Schmidt. Änderungen müsse es auch beim Pharmaziestudium geben. Dieses müsse um mindestens ein Semester verlängert werden. In dem zusätzlichen Semester sollten die Studenten auch in der Kommunikation mit den Patienten geschult werden. Schmidt kündigte an, in der zweiten Jahreshälfte mit den Pharmazie-Professoren über die Änderungen zu sprechen.

 

Der GKV-Spitzenverband reagierte laut «Welt» ablehnend auf die Pläne der Apotheker. Verbandssprecher Florian Lanz ging auf den eigentlichen Sachverhalt nicht ein, sondern kommentierte die Ankündigung der Apotheker mit dem Standardstatement der Kassen. Die Apotheker würden schon jetzt für ihre Beratung gut bezahlt, sagte er.

 

In der «Welt» kündigte Schmidt auch neue Angebote für die Patienten an. In Zukunft sollten sich Patienten – ähnlich wie beim Arzt – fest an eine Apotheke binden. Diese Patienten könnten dann auch nach Terminabsprache regelmäßige Gespräche mit dem Apotheker führen. Auch mit den Ärzten wollen die Apotheker regelmäßig über die gemeinsamen Patienten sprechen. Schmidt: «Wir wollen, dass die Ärzte uns als Experten zurate ziehen, wenn es um die Arzneimittel-Therapiesicherheit geht.»

 

Erwartungsgemäß stößt Schmidts Vorstoß bei den Ärzten nicht auf Euphorie. Apotheker und Ärzte arbeiteten bereits vor Ort gut zusammen, sagte KBV-Chef Andreas Gassen der «Welt». Klar sei aber auch, «dass die Grenzen zu den Kernkompetenzen des jeweils anderen nicht aufgeweicht werden sollten». Schmidt beeindruckt die Zurückhaltung der Ärzte nicht. «Auch wenn es Vorbehalte geben sollte – wir warten mit unserer Neuausrichtung nicht auf die Erlaubnis der Ärzte.» (dr/et)

 

26.06.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Kadmy