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Schizophrenie: Neues atypisches Neuroleptikum zugelassen

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Ein neues atypisches Antipsychotikum hat eine EU-Zulassung erhalten. Lurasidon (Latuda®) soll erwachsenen Schizophrenie-Patienten mit sowohl Positiv- als auch Negativ-Symptomen helfen. Chemisch unterscheidet es sich von bekannten Neuroleptika. Lurasidon hat eine hohe Affinität zu Dopamin-Rezeptoren vom Typ 2 sowie zu den Serotonin-Rezeptoren 5-HT2A und 5-HT7. Als partieller Agonist wirkt es auch am 5-HT1A-Rezeptor. Dagegen hat es keinen merklichen Effekt auf Muscarin- und Histamin-Rezeptoren. Das lässt auf ein besseres Nebenwirkungsprofil als bei anderen Antipsychotika hoffen.


Das klinische Studienprogramm umfasste mehr als 50 Studien mit mehr als 4500 mit Lurasidon behandelten Patienten. In Kurz- und Langzeituntersuchungen wirkte der Arzneistoff effektiv gegen Positiv- und Negativ-Symptome und beeinflusste den Stoffwechsel nur gering. Im Gegensatz zu anderen Neuroleptika wie Risperidon, Quetiapin und Olanzapin nahmen unter Lurasidon nur wenige Patienten zu und es traten weniger Störungen des Lipid- und Glucosestoffwechsels auf.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen, die bei mehr als 5 Prozent der Behandelten auftraten, zählen Schläfrigkeit, psychomotorische Unruhe (Akathisie), Übelkeit, Parkinson-ähnliche Symptome und Dystonie.


Entwickelt wurde Lurasidon vom japanischen Unternehmen Dainippon Sumitomo Pharma. In Deutschland wird Takeda das Medikament vermarkten. Es ist bereits seit 2011 in den USA und in der Schweiz seit 2013 erhältlich. (db)

 

03.04.2014 l PZ

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