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HCV-Therapie: Simeprevir zur Zulassung empfohlen

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Von Anna Pannen / Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, deutsche Präsenzapotheken vor den wettbewerbsrechtlichen Eingriffen der EU zu schützen.

 

Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. Oktober 2016, wonach sich Versandapotheken aus dem EU-Ausland nicht länger an die deutsche Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente halten müssen. Offizin-Apotheken fürchten in­folge des Urteils erhebliche Gewinn­einbrüche durch die Konkurrenz aus dem Ausland.

 

»Es mag sein, dass der Versandhandel billiger ist. Aber die örtliche Apotheke hat andere Formen und andere Möglichkeiten der persönlichen Ansprache«, sagte Merkel laut der Nachrichtenagentur Reuters am vergangenen Samstag auf dem CDU-Landesparteitag Mecklenburg-Vorpommern in Grimmen. »Wir müssen akzeptieren, dass es Dinge gibt, die nicht nach dem Wettbewerbsprinzip entschieden werden können.« Dafür werde sie sich bei der EU einsetzen, so Merkel.

 

Reuters zufolge lobte die Bundeskanzlerin auch das duale Ausbildungssystem in Deutschland. Einige Dienstleistungen würden durch Meisterbrief und Handwerkskammern zwar teurer und schwerfälliger, andererseits bekomme Deutschland für sein Ausbildungssystem sehr viel Lob. »Wir können nicht alles nach dem Wettbewerbsprinzip einfach so machen«, betonte die Kanzlerin. Auch in der EU könne man nicht einfach darauf setzen, dass der Anbieter mit dem billigsten Angebot auch die beste Qualität liefere. /