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Depression: EU-Zulassung für Vortioxetin

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Das Antidepressivum Vortioxetin (Brintellix®) hat die europäische Zulassung zur Behandlung der Major Depression bei Erwach­se­nen erhalten. Laut Herstellern Lundbeck und Takeda wird das Präparat voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte in den Markt eingeführt werden. Die US-amerikanische Zulassungs­behörde FDA gewährte Vortioxetin bereits Anfang Oktober 2013 die Zulassung in dieser Indikation.

 

Vortioxetin hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin (5-HT) und moduliert die Rezeptoraktivität, wobei der genaue Wirk­me­cha­nismus unbekannt ist. Neben der Hemmung des 5-HT-Trans­por­ters gibt es eine agonistische Wirkung an 5-HT1A, eine partiell agonistische Wirkung an 5-HT1B sowie eine antagonistische Wirkung an 5-HT3, 5-HT7 und 5-HT1D. Die Hersteller bezeichnen ihr Präparat daher als Serotonin-Modulator und -Stimulator. Zudem werden Effekte auf weitere Neurotransmitter-Systeme vermutet.

 

Die Zulassung basiert auf Daten von Untersuchungen, an denen mehr als 7000 Patienten teilnahmen. In neun placebokontrollierten Studien zeigte das neue Antidepressivum eine signifikante und klinisch relevante Wirkung. In einer Vergleichsstudie mit Agomelatin (Valdoxan®) war Vortioxetin sowohl nach acht als auch nach zwölf Wochen signifikant überlegen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung.

 

Vortioxetin kommt voraussichtlich in den Dosierungen 5, 10, 15 und 20 mg auf den Markt. Mit Abstand zu den Mahlzeiten sollten zunächst 10 mg pro Tag genommen werden und je nach Verträglichkeit die Dosis entsprechend angepasst werden. (kg)

 

08.01.2014 l PZ

Foto: Fotolia/Schlierner (Symbolbild)